24. Januar 2026

Wintermärchen Wertstoffhof

Am Samstag, 17. Januar war ich im Wertstoffhof Burgkunstadt, um eine kaputte Mikrowelle und Batterien zu entsorgen. Zu meiner großen Überraschung war der komplette Wertstoffhof mit einem durchgehenden Eispanzer überzogen. Wenn ich mich recht erinnere fiel am Montag zuvor Eisregen. Der Regen traf im Wertstoffhof auf eine geschlossene Schneedecke und gefror wieder zu einer welligen Eislandschaft. "Kein Problem", werden Sie vielleicht denken, "da war sicher mit abstumpfenden Mitteln gestreut, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen." Leider muss ich Sie enttäuschen: Außer Eis war da nichts.

Ich konnte mit Mühe aus meinem Auto aussteigen und die Mikrowelle in den Elektroschrottcontainer stellen. Auf halbem Weg zum Batteriecontainer hat mir der freundliche Wertstoffhofmitarbeiter geholfen, weil er das Elend nicht mit ansehen konnte. Er hat mich dann noch zu meinem Auto geführt, sonst wäre ich wahrscheinlich hingeknallt. Und ja, ich trug Schuhe mit grobem Profil.

Über die Homepage der Stadt Burgkunstadt habe ich die Stadtverwaltung auf diesen Mangel hingewiesen. Ich habe auch tatsächlich eine Antwort bekommen: Ich müsse mich an den Landkreis wenden, weil der Wertstoffhof eine Kreiseinrichtung sei. Das hätte die Stadtverwaltung natürlich auch selbst machen können, aber anscheinend sah man die Sicherheit auf dem Wertstoffhofgelände als mein Privatvergnügen an. 

Also habe ich eine E-Mail an die Abfallwirtschaft geschickt: "Sehr geehrte Damen und Herren, am 17.01.26 suchte ich gegen 11:00 Uhr den Wertstoffhof Burgkunstadt auf. Das gesamte Areal war mit einem durchgehenden Eispanzer bedeckt. Es war weder geräumt noch gestreut. Aus Sicherheitsgründen sollten wenigstens die Flächen vor den Containern gestreut sein." Ich bekam auch eine Antwort: Die Abfallwirtschaft sei bemüht, die Anlage eisfrei zu halten. Aufgrund der aktuellen Wetterlage sei dies aber schwer dauerhaft zu gewährleisten.

Der Landkreis unterliegt für seine Anlagen der Verkehrssicherungspflicht, ob das schwer ist oder nicht. Wenn er seiner Pflicht nicht nachkommt und es geschieht ein Unfall, muss er den entstandenen Schaden ersetzen. Der Wertstoffhof ist mittwochs, freitags und samstags geöffnet. Der Eisregen war am Montag. Man hätte also bis Mittwoch zumindest streuen können, ganz sicher aber bis Samstag. Wenn tatsächlich die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet werden kann, dann muss man eben die Anlage schließen.

Merke: Suche den Wertstoffhof nicht auf bei Frost und vorangegangenem Regen! Es könnte sein, dass du dir dort die Knochen brichst.

11. November 2025

Regional erzeugter Ökostrom - frisch auf den Tisch!

Kürzlich veröffentlichten die Tageszeitungen eine Pressemitteilung des Landratsamtes Lichtenfels. Darin bewirbt das Landratsamt einen Stromtarif der Bayernwerk Regio Energie (Bayernwerk). Der Strom sei regional erzeugt, 100 % öko. Die regionale Stromerzeugung wird sogar mit der regionalen Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln verglichen. Der Strom koste nur 29,97 Cent/kWh.

Menschen, die nicht wissen, wie Strom erzeugt und verteilt wird, mögen das Märchen vom lokal erzeugten Biostrom aus heimischem Anbau glauben. Damit sie ihr Geld nicht zum Fenster hinaus werfen, gebe ich mal kurz eine Einführung in das Thema.

Wenn man einen Stromanbieter wechselt, dann kommt immer noch derselbe Strom aus der Steckdose wie beim alten Anbieter. Das liegt einfach daran, dass nicht jeder Stromanbieter eine eigene Leitung zu den Endverbrauchern legt. Wir haben ein gemeinsames Stromnetz, das von verschiedenen Firmen betrieben wird. An welchem Teilnetz wir hängen, darauf haben wir keinen Einfluss. Für das bundesweite Übertragungsnetz sind die vier Firmen Amprion GmbH, TransnetBW GmbH, TenneT TSO GmbH und 50Hertz Transmission GmbH zuständig. Die Verteilnetzbetreiber beziehen den Strom aus dem Übertragungsnetz oder von überregionalen Verteilnetzbetreibern und liefern ihn an die Endkunden. In Burgkunstadt ist der Verteilnetzbetreiber die Bayernwerk Netz GmbH.

Windräder, Fotovoltaikanlagen und Biogasanlagen speisen den Strom in das Verteilnetz ein. Wenn er nicht im Verteilnetz verbraucht wird, fließt er in das Übertragungsnetz. Nachdem der Strom den Weg des geringsten Widerstands nimmt, bekomme ich bei Sonnenschein meinen Strom hauptsächlich von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule, bei gutem Wind vielleicht von den Windrädern bei Kirchlein. Es ist egal, von welchem Stromanbieter ich meinen Strom beziehe: Ich habe keinen Einfluss darauf, wo der Strom physikalisch herkommt.

Ökostromtarife sind dazu gemacht, umweltbewussten Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Ob jemand für Ökostrom mehr bezahlt oder einen Standardstromtarif hat: Es wird deswegen keine Fotovoltaikanlage mehr oder weniger gebaut. Die Energiewende ist gesetzt, der Umstieg auf 80 % erneuerbare Energien bis 2030 ist das Ziel der Bundesregierung.

Mein Rat an alle Stromkunden lautet daher: Suchen Sie sich den für Sie günstigsten Anbieter. Dabei dürfen Sie aber nicht nur den Arbeitspreis vergleichen, sondern auch den Grundpreis. Eventuell sollten Sie auch die Neukundenprämien berücksichtigen, wenn Sie bereit sind, öfters den Anbieter zu wechseln. Auf dem Vergleichsportal Verivox habe ich beispielsweise als günstigsten Arbeitspreis 23,02 Cent/kWh gefunden. Das ist doch deutlich günstiger als 29,97 Cent/kWh. Und noch ein Hinweis: Lokal erzeugter Strom ist nicht frischer oder gesünder als Windstrom aus Norddeutschland.

23. August 2025

Rückmeldung nach 6 Monaten

Gestern habe ich von der Stadtverwaltung eine E-Mail bekommen. Darin steht, dass man nach meiner Mängelanzeige sofort tätig geworden sei. Wir erinnern uns: Am 22. Februar hatte ich den Zustand des Schaukastens vor dem Rathaus bemängelt. Der Projekttreff mit Bürgerbeteiligung habe eine Lösung gefunden, die bis zum Herbst umgesetzt werden solle.

Es ist schön, dass ich wenigstens eine Rückmeldung bekommen habe, auch wenn es 6 Monate gedauert hat. Es ist auch schön, dass eine Lösung gefunden wurde, die umgesetzt werden soll. Wobei ich meine, dass die von mir vorgeschlagene Lösung reicht: Die Aushänge im Kasten sollen lesbar, aktuell und nicht verblichen sein. Für die Umsetzung bräuchte es nur einen Tag.

 

 

  

20. Juli 2025

Infos von anno dunnemals sind keine Infos

Gelegentlich verirren sich ein paar Touristen auf den Burgkunstadter Marktplatz. Noch etwas seltener schauen sie sich auch das historische Rathaus an. Gegenüber vom Rathaus liegt ein Schaukasten mit der Inschrift Gäste-Info im Dornröschen-Schlaf. Wenn sich tatsächlich ein Gast über Burgkunstadt informieren will, wird er enttäuscht: Der Inhalt des Schaukastens macht den Eindruck, als ob er schon jahrelang nicht mehr aktualisiert wurde. Die Aushänge sind verblichen und zeigen einen Blaustich.

Teilweise sind die Aushänge auch nicht lesbar, weil die Schrift zu klein ist oder die Texte durch den Holzrahmen verdeckt werden.


Am Schaukasten geht vermutlich arbeitstäglich der Großteil der Stadtverwaltung vorbei. Kann sein, dass sie sich an den Zustand des Schaukastens gewöhnt hat und ihn nicht mehr wahrnimmt. Deshalb habe ich am 22. Februar per Internet eine Mängelmitteilung geschrieben:

"Der Schaukasten (Touristeninformation) gegenüber dem Rathaus ist in einem schlechten Zustand. Die Aushänge wurden schon über einen längerem Zeitraum nicht mehr erneuert. Die Aushänge sind ausgeblichen und nicht aktuell. Teilweise sind sie auch nicht lesbar (zu kleine Schrift) oder die Inhalte werden durch die Rahmen der Schaukastentüren verdeckt.

Anregungen: Den Schaukasten abbauen oder die Inhalte in regelmäßigen Abständen aktualisieren; die Inhalte so auswählen und anbringen, dass sie gelesen werden können. Evtl. die Scheiben mit UV-Schutzfolie bekleben, um ein Ausbleichen der Aushänge zu vermeiden."

Leider habe ich weder eine Antwort erhalten, noch wurde am Zustand des Schaukastens irgendetwas verändert. Wenn wir unsere Gäste so wenig schätzen, dass wir sie nicht einmal ordentlich mit aktuellen Informationen versorgen, dann wird das nichts mit dem Tourismuszentrum Burgkunstadt.

8. Juli 2025

Barfuß laufen hilft gegen Mikroplastik

In Altenkunstadt hat sich eine Bürgerinitiative gegen das Windvorranggebiet im Mainecker Forst gegründet. Dem Obermain-Tagblatt konnte ich entnehmen, dass auch hier wieder einmal mit haltlosen Behauptungen und Panikmache gearbeitet wurde, ähnlich wie bereits schon die Bürgerinitiative Gegenwind für Windkraft am Obermain.

Das Märchen vom gesundheitsgefährdenden Infraschall wurde längst widerlegt, aber der Sprecher der Initiative, Jan Fischer, bringt es wieder als Argument gegen die Windräder. Für Schattenwurf und Schallemissionen gibt es gesetzliche Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Zu diesem ganzen Unfug habe ich mich schon in Bullshit am Obermain geäußert und spare mir daher eine Wiederholung.

Neu ist das Argument, dass die "optisch bedrängende Wirkung durch die Breite des Vorranggebietes" die Gesundheit der Anwohner negativ beeinflusst. Weil man gelegentlich in 1 km Entfernung ein paar Windräder sieht, wird also die Gesundheit beeinträchtigt. Einen Beleg für seine Behauptung bringt Fischer natürlich nicht. Wie denn auch, wenn es keinen gibt.

Der letzte Schrei bei den Windkraftgegnern ist jetzt der Kunststoffabrieb der Rotorblätter. Es ist richtig, dass - besonders an den Spitzen der Rotoren - Kunststoffe abgerieben werden. Es werden aber praktisch keine Kohlefasern abgerieben, weil die Kohlefasermatten in Kunstharz eingebettet sind. Zudem sind Kohlefasern - im Gegensatz zu Asbestfasern - nicht gefährlicher als Kunststoffabrieb. Man holt sich also eher Lungenkrebs, wenn man in sein Häuschen aus den Siebzigerjahren ein Loch bohrt, als durch den praktisch nicht vorhandenen Kohlefaserabrieb der Rotorblätter. Im Putz dieser Häuser wurde gerne mal Asbest dem Mörtel zugesetzt.

Jährlich entstehen ca. 1.400 t Mikroplastikabrieb durch Windräder. Um diese Zahl einzuordnen: Durch Reifenabrieb entstehen über 100.000 t, durch den Abrieb von Schuhsohlen 9.000 t (Quelle). Wenn die Windkraftgegner also Mikroplastik einsparen wollen, sollten sie kein Auto mehr fahren und nur noch barfuß laufen.

Und dann ist Fischer noch der Meinung, dass die Verteilung der Windräder ungerecht sei, weil in Oberfranken schon so viele stünden und im restlichen Bayern zu wenige. Leider muss man die Windräder dort bauen, wo genügend Wind weht. 

Weiterhin wird behauptet, dass der Wald großflächig gerodet werden müsse. Anscheinend soll der Eindruck erweckt werden, dass ein großer Teil des 213 ha großen Vorranggebiets der Motorsäge zum Opfer fällt. Das ist natürlich Quatsch. Für den Bau müssen pro Windrad ca. 1 ha  gerodet werden, die Hälfte davon wird nach dem Bau wieder aufgeforstet. Der Forst stürzt also wegen der Windräder nicht in den Main.

5. Juli 2025

Pflaster nicht ganz so heiß wie Asphalt

Wenn ich mich recht entsinne, war ein Argument für das Pflastern der Kreuzung Plan, dass sich helles Pflaster bei Sonneneinstrahlung nicht so stark aufheizt wie Asphalt. Ich habe das am 1. Juli, um 15:30 Uhr mal mit einem Infrarothermometer vor der Stadt-Apotheke überprüft.

Es herrschte Sonnenschein, die Lufttemperatur betrug laut Wetterapp 34 °C. Die Pflastersteine waren auf 53 °C erwärmt, der Asphalt auf 57 °C. Es stimmt also, dass sich das Pflaster etwas weniger erwärmt. Allerdings ist der Temperaturunterschied so gering, dass er keinen Einfluss auf das Mikroklima oder das Wohlbefinden der Anwohner haben dürfte. Als Argument für die Pflasterung lässt sich dieser Temperaturunterschied nicht heranziehen.

21. April 2025

Sinnloses Kloputzprotokoll

Es ist ein schöner Brauch, dass in öffentlichen Toiletten ein Reinigungsprotokoll hängt, das von der Reinigungskraft nach getaner Reinigung ausgefüllt wird. Das Protokoll dient als Nachweis, dass die Sanitäranlage regelmäßig gereinigt wird. 

Auf dem Burgkunstadter Friedhof gibt es eine öffentliche Toilette für die Besucher. In der Herrentoilette hängt ein Reinigungsprotokoll. Mitte März habe ich die Toilette aufgesucht und einen Blick auf das Protokoll geworfen: Es war vom Februar und enthielt keinen Eintrag.

 
Es kann sein, dass die Reinigungskraft zwar geputzt aber das Protokoll weder ausgefüllt noch durch ein neues ersetzt hat. Der schlimmere Gedanke, der mir gekommen ist, war, dass die Toilette nicht regelmäßig gereinigt wird.
 
Ich habe der Stadt über das Mängelportal den Sachverhalt umgehend mitgeteilt und angeregt, entweder das Protokollformular zu entfernen oder dafür zu sorgen, dass es ordnungsgemäß ausgefüllt wird. Leider hängt das leere Blatt immer noch an seinem Platz. Eine Rückmeldung von der Stadt habe ich - wie so oft - auch nicht bekommen. Wenn man schon mit einem öffentlich ausgehängten Protokoll zeigen will, dass die Toilette regelmäßig gereinigt wird, dann sollte es wenigstens aktuell und befüllt sein. Sonst kann es sein, dass nicht nur mir gruselig wird beim Betreten dieser Einrichtung.

 

2. Januar 2025

Hundefreunde verschönern Wald und Flur

Seit beinahe 10 Jahren gibt es in Burgkunstadt an ausgewählten Stellen die Dog Stations, Spender für Hundekotbeutel. Früher waren die Beutel mal schwarz, jetzt sind sie rot. An der Franz-Roscher-Straße, am Weg zum Goldbuckel, gibt es auch so einen Spender.

Die wohlerzogenen Hundebesitzer nutzen diese sinnreiche Einrichtung eifrig. Leider sind einige Herrchen oder Frauchen mit der korrekten Anwendung dieser genialen Vorrichtung noch nicht so richtig vertraut. Sie wissen zwar, wie man den Beutel entnimmt und befüllt, mit der Entsorgung hapert es aber. Liebe Hundefreunde, man legt den gefüllten Beutel nicht einfach auf den Weg, in der eitlen Hoffnung, dass er festgetreten oder -gefahren wird:


Dieser Hundefreund hat sich bei der Beutelentsorgung schon mehr gedacht. Er hat den Beutel am Wegesrand deponiert, griffbereit für die Hundekotentsorgungsstaffel der Müllabfuhr. Leider gibt es die noch nicht:


Für die, die es noch nicht wissen sollten: Die Beutel sind dafür gedacht, dass man die Kacke damit einsammelt und entweder in die Abfallbehälter wirft oder mit nach Hause nimmt und sie dort im Mülleimer entsorgt. Sie sind nicht dazu gedacht, die Hundekacke ansprechend zu verpacken, um damit die Umwelt zu verschönern. Aber wie ich schon 2016 festgestellt habe: Die Dog Stations sind für die Katz'.

15. Oktober 2024

Wie wär's mit einem Taschenaschenbecher zu Weihnachten?

Mittlerweile ist es gesichertes Wissen, dass Rauchen der Gesundheit schadet. Das wissen vermutlich auch die Raucher. Wenn sie sich dabei nur selbst schaden, sei es ihnen vergönnt. Sie müssen schon genug darunter leiden, dass sie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants und anderen Gebäuden ihrer Sucht nicht mehr frönen dürfen. Es sei ihnen daher auch gestattet, auf Ruhebänken im Freien ihr Geld in Qualm aufgehen zu lassen. Leider meinen aber einige (viele?), dass sie die abgeführte Tabaksteuer dazu berechtigt, ihre Kippen einfach in der Gegend zu verstreuen. Es wird ja schließlich jemand geben, der dafür bezahlt wird, den Mist wieder wegzuräumen. Notfalls veranstaltet man einmal im Jahr eine Ramma-damma-Aktion, bei der Schulkinder lernen, ihre Stadt zu reinigen.

Besonders beliebt bei den Kippenverstreuern scheint die Bank unterhalb der Vogtei zu sein. Man hat da ja auch eine schöne Aussicht auf Burgkunstadt.

Leider ist es so, dass die weggeworfenen Kippen nicht nur das Stadtbild verschandeln, sie sind auch eine Belastung für die Umwelt. Nicht nur das Nikotin ist schädlich, auch der Filter. Er besteht aus Celluloseacetat. Der Filter braucht sehr lange, bis er sich zersetzt. Zwischenzeitlich trägt er zur Umweltverschmutzung durch Mikroplastik bei. Mit den Giftstoffen in den Zigarettenstummeln vergiften sich nicht nur Tiere, sondern auch kleine Kinder. Sie nehmen gerne Dinge, die so herumliegen, in den Mund.

Und wären die weggeworfenen Kippen nicht genug, so muss auch noch ein E-Zigarettenfreund seinen leeren Flüssigkeitsbehälter auf der Bank liegen lassen.

Die weiße Raute auf dem Behälter ist übrigens mit einem Totenkopf verziert. Ich erinnere mich dunkel, dass mit dem Totenkopf früher Gefahr- und Giftstoffe gekennzeichnet wurden. Ein Abfalleimer ist dazu nur 2 m entfernt.

Nachdem bald wieder Weihnachten ist, hier ein Geschenktipp von mir: Schenken Sie doch Ihrem Liebsten - wenn er auch ein Kippenverstreuer ist - einen handlichen Taschenaschenbecher. Vielleicht lässt er dann das Kippenverstreuen. Beispielsweise gibt es bei Amazon eine große Auswahl. Da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.




30. September 2024

Von Sitzgruppen und Dog Stations

Die Stadt Burgkunstadt hat die verrottete Sitzgruppe an der Ecke Franz-Roscher-Straße/Kriegsäcker Mitte September durch eine neue ersetzt. Das Ergebnis ist lobenswert, der Ablauf - bis es dazu kam - sicher nicht. Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Bürger eine Rückmeldung bekommen, wenn sie sich schon die Mühe machen, einen Mangel der Stadt zu melden.

Da fällt mir wieder ein, dass ich vor etwa 1 Jahr die Stadtverwaltung darauf hingewiesen hatte, dass die Dog Station am Fußballplatz vor sich hinrostet. Man soll ja einen Vorschlag machen, was gemacht werden soll. Deshalb schlug ich vor, die Dog Station zu entrosten und neu zu streichen. Man hätte sie auch entfernen können, weil die Dog Station sowieso für die Katz' ist. Mir wurde mitgeteilt, dass Entrosten und Streichen zu aufwendig sei und die Dog Station heuer durch eine neue ersetzt werden solle. Passiert ist - Überraschung - nichts. Die Dog Station rostet weiter vor sich hin, bis sie irgendwann einmal von selbst umfällt.

Verlotterte Infrastruktur ist keine Werbung für die Stadt und kostet letztendlich mehr, als sie zu pflegen und zu warten. Wenn man der Sitzgruppe gelegentlich einen Schutzanstrich gegönnt hätte, hätte man vielleicht keine neue anschaffen müssen.



22. August 2024

Geduld ist angesagt

Unter meinen Blogbeitrag "Man kann defekte Sitzgruppen reparieren" hat kürzlich jemand kommentiert: "Bank wurde repariert." Das hat mich natürlich sehr gefreut und ich habe mir die Reparatur angeschaut. Tatsächlich war die Bank, die am stärksten verfallen war, soweit repariert, dass man sich zumindest wieder daraufsetzen kann.

Wer jetzt glaubt, dass die Stadtverwaltung in ihrem Eifer die Reparatur veranlasst hat, ist leider auf dem Holzweg. Wie ich erfahren habe, konnte ein Bürger das Elend nicht mehr länger mit ansehen und hat dankenswerterweise in Eigeninitiative die Bank provisorisch repariert. Und so werden wir uns weiter gedulden müssen, bis vielleicht eines Tages die Sitzgruppe doch noch komplett instand gesetzt wird.


7. Juli 2024

Man kann defekte Sitzgruppen reparieren

Vor langer Zeit lud an der Ecke Franz-Roscher-Straße/Kriegsäcker in Burgkunstadt eine rustikale Sitzgruppe zum Verweilen ein. Leider tut sie das nicht mehr. Der Zahn der Zeit mit seinen Fäulnispilzen und -bakterien hat sich der Sitzgruppe angenommen. Auf eine von drei Bänken kann man sich noch einigermaßen gefahrlos setzen, die beiden anderen sind dem Verfall preisgegeben.


Der geneigte Leser fragt sich vielleicht, warum der Autor dieser Zeilen diesen Missstand nicht der Stadtverwaltung mitteilt. Keine Sorge, das habe ich natürlich schon vor einigen Wochen über das Internetformular Anregungen & Mängelmeldung getan. Ich habe mit diesem Formular schon einige Erfahrungen gesammelt und bisher diese Reaktionen erhalten:

1. Ich bekomme eine Rückmeldung und der Mangel wird behoben.
2. Ich bekomme keine Rückmeldung, der Mangel wird aber trotzdem behoben.
3. Ich bekomme eine Rückmeldung, dass der Mangel behoben wird, er wird aber trotzdem nicht behoben.
4. Ich bekomme keine Rückmeldung und der Mangel wird nicht behoben.
5. Ich bekomme eine Rückmeldung, dass der Mangel nicht behoben werden kann.

Ich bevorzuge die Reaktionen 1 und 5. Sie vermitteln dem Bürger das Gefühl, ernstgenommen zu werden. Reaktion 2 ist auch noch akzeptabel, es ist eine Form von tätiger Rückmeldung. Noch schöner wäre es, wenn man eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail für seine Meldung bekäme. Aber das ist wahrscheinlich im Zeitalter des Faxgeräts zu viel verlangt.

Zurück zur Sitzgruppe. Ich erhielt die Reaktion 4. Leider ist die Sitzgruppe in diesem Zustand nicht nur ein Schandfleck, sie kann auch eine Gefahr darstellen, wenn beispielsweise die dritte, noch intakte Bank, unter dem Gewicht einer Person zusammenbricht und sie sich dabei verletzt. Dann stellt sich schnell die Haftungsfrage. Die Holzbohlenstufen sind übrigens auch nicht mehr besonders vertrauenserweckend. Man muss die Sitzgruppe auch nicht unbedingt reparieren. Es reicht schon, die defekten Bänke zu entsorgen.

Zum Schluss was Positives: Als ich vor ein, zwei Jahren Mängel an der Sitzgruppe an der Kirchleiner Straße bei der Abzweigung nach Kaltenreuth gemeldet hatte, hat die Mängelbeseitigung einwandfrei funktioniert (Reaktion 2).



3. Mai 2024

Jedem Burgkunstadter seine persönliche Bank!

Fand vielleicht kürzlich in der näheren Umgebung Burgkunstadts ein Bankraub statt und die Bankräuber haben in der Bahnhofstraße die Bänke verstreut? Das wäre eine Erklärung für die Anhäufung von Ruhebänken auf einer Strecke von ca. 210 m. Die naheliegendere Erklärung ist allerdings, dass das Aufwerteritis-Management wieder einmal voll zugeschlagen hat. Vielleicht war mit ausschlaggebend, dass Oberfranken - und speziell Burgkunstadter - sich mit fremden Menschen keine Bank teilen wollen.

Besonders ältere Bürger wie ich wissen es zu schätzen, dass sie sich jetzt an der stark befahrenen Kreuzung der Bahnhofstraße mit der Bundesstraße gemütlich auf eine Bank setzen und den Verkehr beobachten können, wenn Fernsehen doch mal langweilig werden sollte. Dazu können sie den würzigen Duft der Autoabgase schnuppern und an die gute alte Zeit denken, als die LKWs noch richtig schwarze Rußwolken ausgestoßen haben.

Wem der Verkehr stinkt, der kann es sich ein paar Meter weiter im Notarsgarten auf einer der Ruhebänke gemütlich machen. Im Sommer kann er dort auch die Bänke im ehemaligen Schwimmbecken der Vorbesitzerin Kathi Baur aufsuchen und sich der Illusion hingeben, er nähme ein erfrischendes Bad. Aber wenn tatsächlich bereits alle Bänke von jeweils einer Person belegt sein sollten, kann der scheue Oberfranke auf die Bank vor dem Garten ausweichen. Er muss dann allerdings auf eine Rückenlehne verzichten.

Wenige Schritte weiter findet der Sitzgelegenheitensuchende noch drei weitere Bänke, von denen aus er das geschäftige Treiben in der Bahnhofstraße verfolgen kann.

Wem das alles noch nicht genügt, dem kann mit der Bank am Plan geholfen werden: Hier findet er geschäftiges Treiben, ein bisschen Grün mit Abgasduft und als Höhepunkt Kunst - die Figur des Schusterjungen.


Nicht, dass Sie jetzt denken, ich wäre ein Bankfeind. Nein, im Gegenteil. Ich schätze Bänke sehr, weil ich selbst nicht mehr so gut zu Fuß bin. Ich finde es aber sinnvoller, Bänke dort aufzustellen, wo sich Menschen auch hinsetzen wollen. Menschenleere Bänke sind trost- und sinnlos und irgenwie auch Geldverschwendung.


23. März 2024

Analphabeten im Friedhof?

In Deutschland können 6,2 Mio. Erwachsene nicht lesen und schreiben. Für diese Menschen ist es natürlich unmöglich, den Sinn des am Friedhof angebrachten Schildes zu erfassen und zu verstehen: "Bitte Tor schließen". Das Bild habe ich heute am Samstagmittag aufgenommen.

Für alle anderen Erwachsenen, die das Tor öffnen und der freundlichen Bitte zum Schließen nicht nachkommen, gibt es keine Entschuldigung. Ich habe spontan einen Selbstversuch unternommen. Ohne Bedienungsanleitung und ohne Einweisung ist es mir gelungen, das Tor in unter einer Minute zu schließen. Bitteschön, gern geschehn!

6. März 2024

Bayerisches Naturschutzgesetz gilt auch in Burgkunstadt

In kürzester Zeit bin ich in der Umgebung von Burgkunstadt in freier Natur auf zwei solche Schilder gestoßen:

Natürlich gehören Grundstücke irgendjemandem. In der Regel wird es sich auch um Privateigentum handeln. Allerdings gelten auch für Privatgrundstückseigentümer unsere Gesetze. Hier trifft beispielsweise das Bayerische Naturschutzgesetz zu. Dort heißt es in Art. 27: "Alle Teile der freien Natur, insbesondere Wald, Bergweide, Fels, Ödungen, Brachflächen, Auen, Uferstreifen und landwirtschaftlich genutzte Flächen, können von jedermann unentgeltlich betreten werden." Ich darf also nicht nur das Grundstück betreten, ich darf es sogar kostenlos.

Wenn das Grundstück landwirtschaftlich genutzt wird, ist das Betretungsrecht auf die Zeit außerhalb der Nutzungszeit beschränkt: "Landwirtschaftlich genutzte Flächen (einschließlich Sonderkulturen) und gärtnerisch genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen Saat oder Bestellung und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses" (Art. 30, BayNatSchG). Die Zeit des Aufwuchses bei Wiesen geht von etwa März bis Oktober. Natürlich gilt das Betretungsverbot auch für Hunde.

Wenn schon ein Schild aufgestellt werden soll, dann müsste in etwa darauf stehen: Betreten erlaubt im Rahmen des Bayerischen Naturschutzgesetzes! Aber ein solches Schild wäre so überflüssig wie das aktuelle.

3. Januar 2024

Die Gläubiger entscheiden über Regiomed, nicht die Eigentümer

Nun ist sie also da, die Regiomed-Insolvenz. Die Verantwortlichen beeilten sich, die Folgen der Insolvenz in der Presse zu beschönigen. Die Gehälter seien von Januar bis März mit dem Insolvenzgeld gesichert, behauptet Geschäftsführer Michael Musick. Leider vergaß er zu erwähnen, dass das Insolvenzgeld dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate entspricht und gedeckelt ist. Ein gutverdienender Arzt wird da schon einige Abschläge hinnehmen müssen.

Musick versichert auch: "Die gesamte Gesundheitsversorgung von den Kliniken bis zu den Medizinischen Versorgungszentren ist gesichert und wird ungehindert weiterlaufen." Natürlich hat die Insolvenz Einfluss auf die betrieblichen Abläufe. Alle Mitarbeiter werden sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. Es ist mit vermehrten Kündigungen zu rechnen. Vermutlich werden zunächst die kündigen, die in der Insolvenz die höchsten Einbußen erleiden.

Die Unterauftragnehmer und Lieferanten von Regiomed werden nur noch gegen Vorkasse Leistungen erbringen. Sie müssten ja sonst damit rechnen, dass sie kein Geld für ihre Waren und Dienstleistungen bekommen. Die Gläubiger bleiben zum größten Teil auf den Kosten sitzen. Abhängig von der Insolvenzmasse bekommen sie nur einen Bruchteil ausgezahlt. Oder wie Dr. Rainer Eckert so schön meinte, im Insolvenzverfahren würden die Altschulden nicht fällig.

Landrat Christian Meißner benennt einen Schuldigen an der Insolvenz, nämlich Stadt und Landkreis Coburg, und betont: "Ich werde meine Zeit nicht mit Schuldzuweisungen verplempern." Und weiter sagte er laut Obermain-Tagblatt, "sein Ziel sei es, das Klinikum in kommunaler Hand weiterzuführen. Daher werde er genau darauf achten, im Eigenverwaltungsverfahren die Interessen des Landkreises einzufordern, auch wenn er das Heft nicht mehr in der Hand habe."

Stellen wir mal nicht die Frage, wer Schuld an der Insolvenz ist, sondern wer dafür verantwortlich ist. Verantwortlich sind Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Wer war denn so im Aufsichtsrat und sogar eine Zeitlang Aufsichtsratsvorsitzender? Ach ja, ein gewisser Christian M., der bei den ersten Verlusten 2018 von nichts wusste. Auch 2019 war Christian M. von den Defiziten überrascht. 2020 wusch Christian M. weiterhin seine Hände in Unschuld. Und im September 2023 zeigten sich die Wissenslücken von Christian M. ganz deutlich wieder im Kreisausschuss. 

Man sieht an den wenigen Beispielen, dass Meißner anscheinend nie das Heft bei Regiomed in der Hand hatte, geschweige denn jetzt. Im Insolvenzverfahren wird ein Insolvenzplan erstellt. Diesem Insolvenzplan müssen die Gläubiger zustimmen. Über die Zukunft von Regiomed entscheiden also die Gläubiger, nicht die Eigentümer. Das Hauptinteresse der Gläubiger liegt darin, einen möglichst hohen Teil ihrer Forderungen ersetzt zu bekommen.

Wenn das Klinikum Lichtenfels in kommunaler Hand bleiben soll, müsste der Landkreis das Klinikum Regiomed abkaufen. Das ganze Desaster wird dem Landkreis und den Gemeinden (über die Kreisumlage) noch sehr teuer zu stehen kommen.


27. September 2023

Rätselraten im Kreisausschuss

Der Kreisausschuss des Landkreises Lichtenfels rätselte über das Defizit von Regiomed und insbesondere über das Defizit des Lichtenfelser Krankenhauses und des medizinischen Versorgungszentrums. Gut, dass in der Sitzung ein Mitglied des Aufsichtsrats vertreten war - das leider auch nichts wusste. Das Mitglied, das ich meine, ist Landrat Christian Meißner. Meißner war übrigens 2022 noch Vorsitzender des Aufsichtsrats. Damals wurde eine Kapitalerhöhung von 20 Mio. € notwendig. Diese Kapitalerhöhung ist mit dem Defizit von 17,3 Mio. € ziemlich weg. Vermutlich wird demnächst wieder eine Kapitalerhöhung notwendig.

Schon 2020 forderte der Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan, den Aufsichtsrat mit Fachleuten zu besetzen. Anscheinend ist das nicht passiert, wie man der Seite von Regiomed entnehmen kann: alles verdiente Politiker und ein Chefarzt. Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, „den Vorstand zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren“  (Wikipedia). Anscheinend ist der Aufsichtsrat seiner Aufgabe nicht gewachsen. Kein Wunder, denn um jemand zu beraten, muss man auch eine gewisse Ahnung von der Materie - nämlich Betriebswirtschaft - haben.

Meißner gibt sich jetzt kämpferisch: „Wir brauchen eine tabulose Darstellung, denn so hoch, wie das Defizit ist, kann es auf Dauer nicht bleiben.“ Er will ja schließlich wieder gewählt werden. Aber leider kommt die Kampfeslust ein bisschen spät: Er und mit ihm der Aufsichtsrat hatten seit der Kapitalerhöhung ein Jahr Zeit, sich um die Entwicklung von Regiomed zu kümmern und dem Geschäftsführer, den auch der Aufsichtsrat eingestellt hat, auf die Füße zu treten. Das Rätselraten im Kreisausschuss, wie das Defizit beseitigt werden könne, ist wenig zielführend, wenn man die Ursachen nicht kennt.


24. September 2023

Bullshit am Obermain

Was ist Bullshit? Bullshit wurde auch schon vor Internet und Social Media verzapft. Eine gute Definition lieferte in den 80er Jahren der amerikanische Philosoph Harry Frankfurt, der heuer im Alter von 94 verstorben ist, nachzulesen in "Bullshit. Weder Wahrheit noch Lüge": "Bullshit ist Gerede, bei dem es dem Sprecher egal ist, ob es stimmt. Im Unterschied zum Lügner versuchen Bullshitter nicht, anderen gezielt eine Unwahrheit einzureden. Wahr oder unwahr, das kümmert sie wenig. Sie wollen Eindruck schinden." An diese Definition musste ich denken, als ich Obermain-Tagblatt den Bericht "Lichtenfels: Gegenwind für Projekte auf dem Jura" über eine sogenannte Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Gegenwind für Windkraft am Obermain las. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass die Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt  die größten Bullshitter am Obermain sind, aber die Bürgerinitiative Gegenwind für Windkraft am Obermain schießt den Vogel ab.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Bürgerinitiative, Heiko Betz, würden die geplanten Windräder enorme Schäden im In- und Ausland verursachen. Als Beispiel nannte er das Isoliergas SF6, das in den Schaltschränken verwendet wird. SF6 ist ein extrem schädliches Klimagas, wenn es in die Atmosphäre gelangt. Allerdings wird das Gas in den Schaltschränken gekapselt, sodass es nicht entweichen kann. Seine Konzentration in der Luft ist daher vernachlässigbar. Das Gas wird natürlich nicht nur in Windrädern verwendet, sondern generell in Mittel- und Hochspannungsschaltanlagen, weil man damit die Größe der Schaltanlagen reduzieren kann. SF6 wurde auch in Schallschutzscheiben verwendet und in Autoreifen gefüllt. Warum also SF6 in Schaltanlagen für Windräder schlimm ist, aber in allen anderen Schaltanlagen und Anwendungen nicht, erklärt Betz nicht. Und natürlich wird daran gearbeitet, SF6-freie Schaltanlagen auf den Markt zu bringen.

Schrecklich ist auch, laut Betz, dass die Rotoren der Windräder nicht recycelt werden können. Die Rotoren bestehen aus glas- bzw. kohlefaserverstärktem Epoxidharz. Es wird an Verfahren gearbeitet, mit denen das Epoxid wiederverwendet werden kann. Epoxidharz wird natürlich nicht nur für Windräder verwendet, sondern auch im Boots- und Flugzeugbau, als Leiterplattenmaterial für Elektronik, als Klebstoff oder auch als Schutzanstrich. Wir lernen: Wenn Epoxid aus Rotorblättern nicht recycelt werden kann, ist das schlimm, in allen anderen Anwendungsfällen gilt: Schwamm drüber!

In den Generatoren werden nicht mehrere Tonnen Neodym verbaut, wie Betz behauptet, sondern etwa maximal 200 kg/MW, bei einem durchschnittlichen Windrad mit 6 MW Nennleistung also etwa 1,2 t, bei großen Anlagen 2 bis 3 t. Es gibt auch Windräder mit deutlich weniger bzw. gar keinem Neodym. Der Abbau von Neodym in China erfolgt ohne Rücksicht auf Umweltschäden. Die beim Abbau anfallenden radioaktiven Elemente Uran und Thorium gelangen in die Umwelt. Natürlich wird auch Neodym nicht nur in Windrädern verwendet, sondern überall dort, wo man starke Magneten benötigt: Elektromotore, Generatoren, Lautsprecher, Magnetresonanztomographen. 2020 wurden weltweit Windräder mit einer Nennleistung von 94 GW installiert. Dafür wurden 3,2 % der weltweit geförderten Seltenen Erden, zu denen Neodym gehört, verwendet. Auch hier stellt sich wieder die Frage, warum Neodym in Windrädern schlecht, in allen anderen Anwendungen aber gut sein soll.

Auch die Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen durch Infraschall ist Bullshit. Die Windkraftgegner stützten sich auf eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, die den von Windkraftanlagen ausgehenden Infraschalldruck falsch umgerechnet hat. Dr. Stefan Holzheu von der Universität Bayreuth hat diesen Fehler aufgedeckt. Trotzdem reiten die Windkraftgegner weiter auf dieser offensichtlich fehlerhaften Studie herum. Infraschall entsteht auch durch Meeresbrandung, starken Wind oder beim Schließen einer Tür. Wer Angst vor Infraschall hat, sollte keinesfalls mit dem Auto fahren: Dort ist der Infraschalldruck um Größenordnungen höher als bei 300 m Abstand von einem Windrad.

Natürlich sind Windräder auch Vogelschredderanlagen. Schätzungen gehen von bis zu 100.000 durch Windräder getöteten Vögel in Deutschland aus. Hört sich nach viel an, ist aber relativ wenig im Vergleich zu den 18 Millionen Vögeln, die an Glasscheiben zu Tote kommen. Hinzu kommen noch die geschätzt 200 Millionen Vögel, die Katzen zum Opfer fallen. Auch hier gilt wieder: Vögel, die von Windrädern getötet werden, sind schlimm, alle anderen toten Vögel machen nichts aus.

Selbstverständlich darf die Warnung vor Krebs nicht fehlen: Ein Physiotherapeut aus dem Publikum behauptete, dass Menschen, die in der Nähe von Windrädern lebten, mitunter häufiger von Krebs betroffen seien. Wie er zu dieser Auffassung kommt, erklärt uns der Physiotherapeut leider nicht.

Gegner neuer Technologien - wie Windkraft oder Elektroautos - verfolgen gerne die Strategie, schädliche Auswirkungen der neuen Technologie zu betonen, aber zu verschweigen, dass diese schädlichen Auswirkungen bei anderen Technologien genauso oder in noch höherem Maße vorhanden sind. Kobalt in E-Auto-Motoren ist des Teufels, in den Ventilen von Verbrennermotoren ist es aber okay. 100.000 tote Vögel durch Windräder sind inakzeptabel, an 18 Millionen tote Vögel durch Glasscheiben haben wir uns gewöhnt. Beton für Windradfundamente sind ein Umweltfrevel, Beton in Brücken, Hochhäusern oder Mauern ist ganz nett.

Windräder emittieren Geräusche und Infraschall und erzeugen Schattenwurf. Dafür sind Grenzwerte festgelegt, die eingehalten werden müssen. Jede technische Anlage und jedes Produkt, das wir herstellen, hat negative Auswirkungen auf die Umwelt. Es kommt darauf an, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Wenn wir die Klimaerwärmung einigermaßen begrenzen wollen, müssen wir weg von fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energiequellen. Und das sind Sonne, Wind und Wasser. Jeder freut sich, wenn der Strom aus der Steckdose kommt. Aber irgendwie muss er auch erzeugt werden.

17. September 2023

Mehr Grün und Sitzgelegenheiten in Burgkunstadt für 210.000 € Beraterhonorar

"Mehr Grün und Sitzgelegenheiten in Burgkunstadt" - so betitelte das Obermain-Tagblatt den Bericht über die letzte Stadtratssitzung in Burgkunstadt. Damit ist auch schon gut zusammengefasst, was das Stadtumbaumanagement gebracht hat. Besonders hervorgehoben haben die beiden Architekten Edith Obrusnik und Franz Ullrich von plan&werk diese Aktionen:

  • Stadtleitsystem
  • Zukunftswerkstatt
  • Schuhfenster
  • Ortsbegehungen
  • Pflanzaktionen
  • Kathi-Baur-Garten
  • Stadtbegrünung
  • Aufwertung Schustermuseum.

Das Stadtleitsystem besteht aus Wegweisern und Hinweistafeln. Die Zukunftswerkstatt war im Schustermuseum untergebracht, ist aber schon wieder ausgezogen. Übrig geblieben ist nur der misslungene Wortwitz "DIE WERK-STADT" an der Außenfassade des Schustermuseums. Die Schrift werden wir wohl demnächst überpinseln lassen müssen. Ich schlage vor "DAS STADT-CAFÉ", am besten abwisch- oder auswechselbar. Man weiß ja nie, wann wieder etwas Neues kommt.

Eine herausragende Pflanzaktion war sicher die Robinie am Marktplatz. Leider hat man vergessen, den Baum regelmäßig zu wässern. Das hat er leider nicht überlebt. Mittlerweile wurde er durch Robinie II ersetzt, die sich, dank günstigen Wetters, ganz gut entwickelt hat. Und dann war da noch die Aufwertung der Terrasse vor der Kirche für schlappe 45.000 €. Leider konnte man bei der Planung nicht erkennen, dass das vorgesehene Karussell nicht mehr hinpasst. Das wurde erst festgestellt, als man versuchte, es aufzubauen. Und weil das doofe Grünzeug nur Arbeit macht, hat man gleich die pflanzenfreie Zone verdoppelt.

Das bayerische Bauministerium gibt als Richtwert für den Stundensatz des Auftragnehmers 121 € an. Nehmen wir mal an, plan&werk ist ganz besonders gut und rechnet mit 200 €/Stunde. Im Haushaltsplan der Stadt sind von 2021 bis 2023 jeweils 70.000 € für den Citymanager (dahinter verbirgt sich wohl das Stadtumbaumanagement) vorgesehen, in drei Jahren also 210.000 €. Dafür kann man mindestens 1.050 Arbeitsstunden eines sehr guten Bauingenieurs erwarten. Bei einer 40-Stundenwoche sind das 26 volle Arbeitswochen. Kann es sein, dass die Stadt für das sehr überschaubare Ergebnis ein bisschen viel bezahlt hat?

Ich weiß nicht, ob bei der Beauftragung des Stadtumbaumanagements ein detailierter Tätigkeitsnachweis vereinbart wurde. Ich befürchte, dass das nicht geschehen ist. Falls der Stadtrat wider Erwarten doch noch einer Verlängerung des Vertrags für das Stadtumbaumanagement zustimmen sollte, sollte wenigstens vereinbart werden, dass ein Tätigkeitsnachweis mit stundengenauer Zeiterfassung und Abrechnung erfolgt.

 

Schon gewusst? Die Müllabfuhr kommt jede Woche

Anscheinend leben bei uns ganz arme Menschen, die keinen Mülleimer besitzen und auch niemand kennen, der einen hat. Wie anders ist es zu erklären, dass der Abfallbehälter an der Sitzgruppe am Waldwirtschaftsweg nach Kaltenreuth immer wieder zum Entsorgen des Hausmülls missbraucht wird?

Es kann natürlich sein, dass ich mich täusche. Den Chipstüten und Alkoholikaflaschen nach zu urteilen, könnte es sich auch um die Überreste einer Freiluftparty handeln.

Liebe gedankenlose Mitmenschen, Sie bereiten den Bauhofmitarbeitern keine besondere Freude, wenn sie jede Woche Ihren Hausmüll aus den Abfallbehältern einsammeln dürfen. Die Behälter sind nicht als Ersatz oder Ergänzung für die eigene Mülltonne gedacht. Fragen Sie doch einfach mal im Landratsamt oder in der Stadtverwaltung nach, wie man seinen Müll ordnungsgemäß gegen eine vierteljährliche Gebühr entsorgen lassen kann. Sie sparen sich dann auch den Weg zur Sitzgruppe und die Schlepperei, weil der Müll direkt bei Ihnen jede Woche zuhause abgeholt wird. Ist alles im Preis enthalten.