29. September 2026

Stillleben an der Vogtei

 

Sonntag


Montag


 Dienstag

Was will uns der unbekannte Künstler mit diesem Stillleben sagen? Vielleicht handelt es sich auch nicht um ein Stillleben, sondern um eine Performance oder eine Installation. Ich versuche mich mal in einer Interpretation.

Mit der Aktion im ersten Bild vermittelt uns der Künstler, dass auch ein eckiger Pappkarton eine ungeheuere Steifigkeit entfaltet. Er lässt sich nicht knicken, um ihn dann in einen runden Mülleimer zu stecken. Ein Sinnbild für den unbeugsamen Willen des modernen Menschen. Das Eckige nur ins Eckige, ungefaltet, ungebrochen. Das Runde hat ausgedient.

Das zweite Bild zeigt uns den geselligen Kompromiss. Der Pappkarton ist nicht mehr allein. Ein zweiter hat sich dazugesellt. Das besänftigt ersten. Beide ruhen friedlich auf dem runden eisernen Eimer. Aber sie lassen sich nicht falten, sie sind trotzdem unnachgiebig.

Am dritten Tag dann der Widerstand gegen den Rundheitszwang: Beide Kartons haben den Eimer wieder verlassen und sich in den eckigen Kübel gekuschelt. Das Eckige gehört einfach ins Eckige! Keine Kompromisse! Und wie zur Versöhnung mit der Welt bietet der braune Karton noch eine Pizzaecke an, im Bild leider nicht sichtbar. Aber die Ratten wird's freuen.

Aber vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken über die Sinnhaftigkeit des Vorgangs und es handelt sich einfach um rücksichtslose Zeitgenossen ohne gute Kinderstube, die die Sauerei hinterlassen haben.

 

18. Juni 2026

Überraschung! Sanierung wird teurer

Das ging aber fix! Kaum haben die Sanierungsarbeiten am Arneth-Haus am Burgkunstadter Marktplatz begonnen und schon werden die veranschlagten Kosten von rund 2,7 Mio. € um 200.000 € nach oben korrigiert (Obermain-Tagblatt vom 18.06.26). Weil die Gutachterkosten zu hoch gewesen wären, hatte man das Gebäude nicht gründlich untersuchen lassen. Trotzdem hat sich der Stadtrat auf die Kostenschätzung verlassen. Wie einfältig kann man nur sein!

Schon 2016 stürzte sich der Stadtrat auf die Sanierung eines alten Hauses in der Kulmbacher Straße. Was aus all den hochfliegenden Plänen geworden ist, kann heute jeder selbst besichtigen. Das Haus musste komplett abgerissen und an der alten Stelle ein neues errichtet werden. Zum Glück hat damals der Architekt das Haus gekauft und die Kosten getragen. Leider bleiben die Kosten für das Arneth-Haus bei der Stadt Burgkunstadt hängen. Der Stadtrat hätte seine Lehren aus dem Fiasko in der Kulmbacher Straße ziehen können. Sachliche Argumente sind vermutlich der damals grassierenden Aufwertungseuphorie zum Opfer gefallen.

Zu glauben, dass jetzt die Denkmalpflege einen Teil der Kosten übernehme, ist wohl etwas naiv. Es gibt ein Denkmalschutzgesetz. Demnach ist der Eigentümer verpflichtet, sein Baudenkmal instand zu halten. Das ist auch der Grund dafür, dass gelegentlich Burgen und Schlösser für 1 € verkauft werden. Anscheinend war es keine gute Idee, das Gebäude zu kaufen.

Falls jemand glaubt, dass es bei den 200.000 € Mehrkosten bleibt, ist er wohl gewaltig auf dem Holzweg. Es warten sicher noch viele Überraschungen in dem alten Gemäuer mit seinem dreistöckigen Keller in den Tiefen des Marktplatzes. Und wer die Überraschungen bezahlt, steht auch in den Sternen. Im Zweifelsfall die Stadt Burgkunstadt.

1. Juni 2026

Einfach mal die Verwaltungsrätin fragen

In der Jahresversammlung der CSU Burgkunstadt sprach Rudi Fetzer die Schließung der Sparkassenfiliale in Burgkunstadt an: "Die Bürger seien schockiert, wie sang- und klanglos alles über die Bühne ging und im Stadtrat in geheimer Sitzung behandelt wurde." (Obermain-Tagblatt) 

Dazu sollte man wissen, dass die Sparkasse Coburg-Lichtenfels eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist. Träger der Sparkasse ist der Zweckverband Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Mitglieder des Zweckverbands sind die Städte Coburg, Lichtenfels, Neustadt bei Coburg, Burgkunstadt, Bad Rodach und Bad Staffelstein sowie die Landkreise Lichtenfels und Coburg.

Das zentrale Aufsichts- und Kontrollorgan der Sparkasse ist der Verwaltungsrat. Im Jahresabschlussbericht 2021 der Sparkasse sind die Mitglieder des Verwaltungsrats aufgeführt. Vertreten sind die Landräte und die Bürgermeister der Gemeinden des Zweckverbands, natürlich auch die ehemalige Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß.

Die Schließung der Filiale in der Gemeinde eines Zweckverbandsmitglieds beschließt sicher nicht der Vorstand in seinem stillen Kämmerlein alleine, vielmehr wird der Verwaltungsrat seine Zustimmung erteilen müssen. Die CSU-Mitglieder hätten also einfach nur das Verwaltungsratsmitglied Frieß fragen müssen, wie es zur Schließung der Filiale kam und was sie dagegen unternommen hat.

Übrigens erhielten die Mitglieder des Verwaltungsrats 2021 für ihre Tätigkeit zusammen 253.000 €.

24. Januar 2026

Wintermärchen Wertstoffhof

Am Samstag, 17. Januar war ich im Wertstoffhof Burgkunstadt, um eine kaputte Mikrowelle und Batterien zu entsorgen. Zu meiner großen Überraschung war der komplette Wertstoffhof mit einem durchgehenden Eispanzer überzogen. Wenn ich mich recht erinnere fiel am Montag zuvor Eisregen. Der Regen traf im Wertstoffhof auf eine geschlossene Schneedecke und gefror wieder zu einer welligen Eislandschaft. "Kein Problem", werden Sie vielleicht denken, "da war sicher mit abstumpfenden Mitteln gestreut, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen." Leider muss ich Sie enttäuschen: Außer Eis war da nichts.

Ich konnte mit Mühe aus meinem Auto aussteigen und die Mikrowelle in den Elektroschrottcontainer stellen. Auf halbem Weg zum Batteriecontainer hat mir der freundliche Wertstoffhofmitarbeiter geholfen, weil er das Elend nicht mit ansehen konnte. Er hat mich dann noch zu meinem Auto geführt, sonst wäre ich wahrscheinlich hingeknallt. Und ja, ich trug Schuhe mit grobem Profil.

Über die Homepage der Stadt Burgkunstadt habe ich die Stadtverwaltung auf diesen Mangel hingewiesen. Ich habe auch tatsächlich eine Antwort bekommen: Ich müsse mich an den Landkreis wenden, weil der Wertstoffhof eine Kreiseinrichtung sei. Das hätte die Stadtverwaltung natürlich auch selbst machen können, aber anscheinend sah man die Sicherheit auf dem Wertstoffhofgelände als mein Privatvergnügen an. 

Also habe ich eine E-Mail an die Abfallwirtschaft geschickt: "Sehr geehrte Damen und Herren, am 17.01.26 suchte ich gegen 11:00 Uhr den Wertstoffhof Burgkunstadt auf. Das gesamte Areal war mit einem durchgehenden Eispanzer bedeckt. Es war weder geräumt noch gestreut. Aus Sicherheitsgründen sollten wenigstens die Flächen vor den Containern gestreut sein." Ich bekam auch eine Antwort: Die Abfallwirtschaft sei bemüht, die Anlage eisfrei zu halten. Aufgrund der aktuellen Wetterlage sei dies aber schwer dauerhaft zu gewährleisten.

Der Landkreis unterliegt für seine Anlagen der Verkehrssicherungspflicht, ob das schwer ist oder nicht. Wenn er seiner Pflicht nicht nachkommt und es geschieht ein Unfall, muss er den entstandenen Schaden ersetzen. Der Wertstoffhof ist mittwochs, freitags und samstags geöffnet. Der Eisregen war am Montag. Man hätte also bis Mittwoch zumindest streuen können, ganz sicher aber bis Samstag. Wenn tatsächlich die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet werden kann, dann muss man eben die Anlage schließen.

Merke: Suche den Wertstoffhof nicht auf bei Frost und vorangegangenem Regen! Es könnte sein, dass du dir dort die Knochen brichst.

11. November 2025

Regional erzeugter Ökostrom - frisch auf den Tisch!

Kürzlich veröffentlichten die Tageszeitungen eine Pressemitteilung des Landratsamtes Lichtenfels. Darin bewirbt das Landratsamt einen Stromtarif der Bayernwerk Regio Energie (Bayernwerk). Der Strom sei regional erzeugt, 100 % öko. Die regionale Stromerzeugung wird sogar mit der regionalen Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln verglichen. Der Strom koste nur 29,97 Cent/kWh.

Menschen, die nicht wissen, wie Strom erzeugt und verteilt wird, mögen das Märchen vom lokal erzeugten Biostrom aus heimischem Anbau glauben. Damit sie ihr Geld nicht zum Fenster hinaus werfen, gebe ich mal kurz eine Einführung in das Thema.

Wenn man einen Stromanbieter wechselt, dann kommt immer noch derselbe Strom aus der Steckdose wie beim alten Anbieter. Das liegt einfach daran, dass nicht jeder Stromanbieter eine eigene Leitung zu den Endverbrauchern legt. Wir haben ein gemeinsames Stromnetz, das von verschiedenen Firmen betrieben wird. An welchem Teilnetz wir hängen, darauf haben wir keinen Einfluss. Für das bundesweite Übertragungsnetz sind die vier Firmen Amprion GmbH, TransnetBW GmbH, TenneT TSO GmbH und 50Hertz Transmission GmbH zuständig. Die Verteilnetzbetreiber beziehen den Strom aus dem Übertragungsnetz oder von überregionalen Verteilnetzbetreibern und liefern ihn an die Endkunden. In Burgkunstadt ist der Verteilnetzbetreiber die Bayernwerk Netz GmbH.

Windräder, Fotovoltaikanlagen und Biogasanlagen speisen den Strom in das Verteilnetz ein. Wenn er nicht im Verteilnetz verbraucht wird, fließt er in das Übertragungsnetz. Nachdem der Strom den Weg des geringsten Widerstands nimmt, bekomme ich bei Sonnenschein meinen Strom hauptsächlich von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Grundschule, bei gutem Wind vielleicht von den Windrädern bei Kirchlein. Es ist egal, von welchem Stromanbieter ich meinen Strom beziehe: Ich habe keinen Einfluss darauf, wo der Strom physikalisch herkommt.

Ökostromtarife sind dazu gemacht, umweltbewussten Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Ob jemand für Ökostrom mehr bezahlt oder einen Standardstromtarif hat: Es wird deswegen keine Fotovoltaikanlage mehr oder weniger gebaut. Die Energiewende ist gesetzt, der Umstieg auf 80 % erneuerbare Energien bis 2030 ist das Ziel der Bundesregierung.

Mein Rat an alle Stromkunden lautet daher: Suchen Sie sich den für Sie günstigsten Anbieter. Dabei dürfen Sie aber nicht nur den Arbeitspreis vergleichen, sondern auch den Grundpreis. Eventuell sollten Sie auch die Neukundenprämien berücksichtigen, wenn Sie bereit sind, öfters den Anbieter zu wechseln. Auf dem Vergleichsportal Verivox habe ich beispielsweise als günstigsten Arbeitspreis 23,02 Cent/kWh gefunden. Das ist doch deutlich günstiger als 29,97 Cent/kWh. Und noch ein Hinweis: Lokal erzeugter Strom ist nicht frischer oder gesünder als Windstrom aus Norddeutschland.

23. August 2025

Rückmeldung nach 6 Monaten

Gestern habe ich von der Stadtverwaltung eine E-Mail bekommen. Darin steht, dass man nach meiner Mängelanzeige sofort tätig geworden sei. Wir erinnern uns: Am 22. Februar hatte ich den Zustand des Schaukastens vor dem Rathaus bemängelt. Der Projekttreff mit Bürgerbeteiligung habe eine Lösung gefunden, die bis zum Herbst umgesetzt werden solle.

Es ist schön, dass ich wenigstens eine Rückmeldung bekommen habe, auch wenn es 6 Monate gedauert hat. Es ist auch schön, dass eine Lösung gefunden wurde, die umgesetzt werden soll. Wobei ich meine, dass die von mir vorgeschlagene Lösung reicht: Die Aushänge im Kasten sollen lesbar, aktuell und nicht verblichen sein. Für die Umsetzung bräuchte es nur einen Tag.

 

 

  

20. Juli 2025

Infos von anno dunnemals sind keine Infos

Gelegentlich verirren sich ein paar Touristen auf den Burgkunstadter Marktplatz. Noch etwas seltener schauen sie sich auch das historische Rathaus an. Gegenüber vom Rathaus liegt ein Schaukasten mit der Inschrift Gäste-Info im Dornröschen-Schlaf. Wenn sich tatsächlich ein Gast über Burgkunstadt informieren will, wird er enttäuscht: Der Inhalt des Schaukastens macht den Eindruck, als ob er schon jahrelang nicht mehr aktualisiert wurde. Die Aushänge sind verblichen und zeigen einen Blaustich.

Teilweise sind die Aushänge auch nicht lesbar, weil die Schrift zu klein ist oder die Texte durch den Holzrahmen verdeckt werden.


Am Schaukasten geht vermutlich arbeitstäglich der Großteil der Stadtverwaltung vorbei. Kann sein, dass sie sich an den Zustand des Schaukastens gewöhnt hat und ihn nicht mehr wahrnimmt. Deshalb habe ich am 22. Februar per Internet eine Mängelmitteilung geschrieben:

"Der Schaukasten (Touristeninformation) gegenüber dem Rathaus ist in einem schlechten Zustand. Die Aushänge wurden schon über einen längerem Zeitraum nicht mehr erneuert. Die Aushänge sind ausgeblichen und nicht aktuell. Teilweise sind sie auch nicht lesbar (zu kleine Schrift) oder die Inhalte werden durch die Rahmen der Schaukastentüren verdeckt.

Anregungen: Den Schaukasten abbauen oder die Inhalte in regelmäßigen Abständen aktualisieren; die Inhalte so auswählen und anbringen, dass sie gelesen werden können. Evtl. die Scheiben mit UV-Schutzfolie bekleben, um ein Ausbleichen der Aushänge zu vermeiden."

Leider habe ich weder eine Antwort erhalten, noch wurde am Zustand des Schaukastens irgendetwas verändert. Wenn wir unsere Gäste so wenig schätzen, dass wir sie nicht einmal ordentlich mit aktuellen Informationen versorgen, dann wird das nichts mit dem Tourismuszentrum Burgkunstadt.