Das ging aber fix! Kaum haben die Sanierungsarbeiten am Arneth-Haus am Burgkunstadter Marktplatz begonnen und schon werden die veranschlagten Kosten von rund 2,7 Mio. € um 200.000 € nach oben korrigiert (Obermain-Tagblatt vom 18.06.26). Weil die Gutachterkosten zu hoch gewesen wären, hatte man das Gebäude nicht gründlich untersuchen lassen. Trotzdem hat sich der Stadtrat auf die Kostenschätzung verlassen. Wie einfältig kann man nur sein!
Schon 2016 stürzte sich der Stadtrat auf die Sanierung eines alten Hauses in der Kulmbacher Straße. Was aus all den hochfliegenden Plänen geworden ist, kann heute jeder selbst besichtigen. Das Haus musste komplett abgerissen und an der alten Stelle ein neues errichtet werden. Zum Glück hat damals der Architekt das Haus gekauft und die Kosten getragen. Leider bleiben die Kosten für das Arneth-Haus bei der Stadt Burgkunstadt hängen. Der Stadtrat hätte seine Lehren aus dem Fiasko in der Kulmbacher Straße ziehen können. Sachliche Argumente sind vermutlich der damals grassierenden Aufwertungseuphorie zum Opfer gefallen.
Zu glauben, dass jetzt die Denkmalpflege einen Teil der Kosten übernehme, ist wohl etwas naiv. Es gibt ein Denkmalschutzgesetz. Demnach ist der Eigentümer verpflichtet, sein Baudenkmal instand zu halten. Das ist auch der Grund dafür, dass gelegentlich Burgen und Schlösser für 1 € verkauft werden. Anscheinend war es keine gute Idee, das Gebäude zu kaufen.
Falls jemand glaubt, dass es bei den 200.000 € Mehrkosten bleibt, ist er wohl gewaltig auf dem Holzweg. Es warten sicher noch viele Überraschungen in dem alten Gemäuer mit seinem dreistöckigen Keller in den Tiefen des Marktplatzes. Und wer die Überraschungen bezahlt, steht auch in den Sternen. Im Zweifelsfall die Stadt Burgkunstadt.
