Dem Protokoll des Bürgervereins von der letzten Sitzung des burgkunstadter Stadtrats konnte ich entnehmen, dass über die Einführung neuer elektronischer Wasserzähler diskutiert wurde. Dabei wurden den Stadträten eine Kalkulation vorgestellt, die in weiten Teilen auf Annahmen fußt. Danach spart die Stadt bei Einführung der elektronischen Wasserzähler in 15 Jahren rund 100.000 €. Ich Verweise dazu auf das Protokoll des Bürgervereins.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein bisschen auf der Internetseite der Firma Sensus, die die elektronischen Zähler iPerl herstellt, zu recherchieren. Ich habe auch die Datenblätter des Wasserzählers gelesen.
Die Zähler messen den Wasserdurchfluss elektronisch. Das Wasser fließt zwischen zwei Permanentmagneten hindurch. Die damit im Wasser induzierte Spannung wird über zwei Elektroden abgegriffen und gemessen. Die Spannung ist proportional zum Wasserdurchfluss. Daraus errechnet der Zähler den Wasserverbrauch.
Der Zähler mit Batterie hat eine voraussichtliche Lebensdauer von 15 Jahren. Die Mindestdurchflussmenge beträgt, abhängig vom Rohrduchmesser, 3,13 l/h bis 20 l/h. Das ist im Vergleich zu mechanischen Zähler gut.
Die Messwerte werden auf einem Display angezeigt. Die Messwerte können auch per Funk abgefragt werden, allerdings nur über eine Distanz von maximal 50 m. Das gilt aber nur unter optimalen Bedingungen. In der Regel ist der Zähler im Keller angebracht, wo dann mit deutlich geringeren Reichweiten zu rechnen ist.
Zum elektronischen Ablesen muss ein Mitarbeiter der Stadtwerke mit einem Terminal in die Nähe des Zählers gehen oder fahren und die Messwerte abfragen. Wenn der Zähler ungünstig liegt, muss er doch ins Haus. Nach der Kalkulation braucht dazu ein Mitarbeiter für Burgkunstadt 3 Tage. Ob da auch die Ortsteile berücksichtigt sind, weiß ich nicht.
Die Angaben zur Kalkulation im Protokoll des Bürgervereins sind vermutlich unvollständig, weil es sich ja um eine Mitschrift handelt. Trotzdem will ich noch auf ein paar Punkte eingehen:
Für die aktuelle Berechnung der Ablese- und Zählerkosten wird eine Teuerungsrate von 3 % angegeben, die bei den elektronischen Zählern fehlt. Es wäre auch interessant, wie die Rechnung bei anderen Teuerungsraten aussieht. Vielleicht sind eher 2 % realistisch.
Die aktuellen Ablesekosten werden mit 5 € pro Zähler angegeben. Wenn ich mal die Ablesekarte einschließlich Porto mit 0,50 € ansetze, bleiben immer noch 4,50 € für das Eintippen eines Zählerwertes übrig. Das erscheint mir doch ein bisschen hoch gegriffen.
Zugunsten der elektronischen Lösung wird angenommen, dass bei 1 % der Häuser eine Leckage von 4 l/h unentdeckt bleibt. Interessant wäre es, wie die Firma Sensus zu dieser Annahme kommt.
Bei der Sensus-Lösung fehlen die Austauschkosten für defekte Zähler - auch Elektronik geht kaputt - und Aussagen zum Austausch der Batterie. Wenn die Batterie erschöpft ist, wird natürlich auch nichts mehr gemessen. Wer muss die Batterie überwachen und austauschen? Auch Batterien, die für eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt sind, halten manchmal nur ein Jahr.
In der Diskussion wurde gesagt, dass der Zähler ständig sende. Das ist so nicht richtig. Erstens darf in den Frequenzbändern, die von den Zählern verwendet wird, nicht ständig gesendet werden. Zweitens wäre die Batterie dann in kürzester Zeit leer. Der Zähler misst ständig und kann ständig Daten vom Ablesegerät empfangen. Bei der Ablesung fragt das Terminal den Zähler ab, erst daraufhin sendet er seine Informationen an das Terminal. Die Strahlenneurotiker können also beruhigt sein.
Der Wasserpreis sollte so kalkuliert sein, dass er die Kosten deckt. Im Preis sind dann die unentdeckten Leckagen berücksichtigt. Wenn also durch genauere Messungen die Leckagen in die Wasserrechnung einfließen und damit berechnet würden, müssten die Gebühren eigentlich gesenkt werden, damit kein Gewinn entsteht. Der Leckagen-Gewinn dürfte also in der Kalkulation nicht berücksichtigt werden.
Die ganze Kalkulation zugunsten des elektronischen Zählers (würde ich
auch so machen, wenn ich die Dinger verkaufen wollte) kann sich auch
zum Negativen wenden, wenn man nur an ein paar Parametern ein bisschen
dreht.
Fazit: Wenn's gut geht, kosten die elektronischen Zähler genauso viel wie mechanische, wenn's schlecht läuft, kommen sie teurer. Die Firma Sensus kann sicher Referenzkommunen nennen, die die Zähler schon eingeführt haben. Die kann man dann mal fragen. Falls nicht: Lieber abwarten, bis andere genügend Erfahrung gesammelt haben.
17. April 2015
16. April 2015
Skaterbahn wichtiger als Kanalsanierung
Was musste ich heute wieder in meiner Heimatzeitung vom Obermain lesen: "Bürgerverein schießt quer". Was ist im beschaulichen barocken Rathaus in der Schulstadt Burgkunstadt geschehen? Der Bürgerverein hat den Haushalt 2015 nicht verabschiedet, weil nach Stadtrat Marcus Dingelreiter die allgemeinen Haushaltsgrundsätze im Wesentlichen nicht eingehalten würden. Danke, lieber Bürgerverein, dass wenigstens noch ein paar Leute den Mut haben, unangenehme Dinge öffentlich auszusprechen und zu diskutieren.
Zweite Bürgermeisterin Sabine Heppner fand es befremdlich, dass Kritik immer in der öffentlichen Sitzung geäußert werde. Wo steht, dass in der öffentlichen Sitzung keine Kritik geäußert werden darf? Anscheinend trauert Heppner der guten alten Zeit nach, als man alle unangenehmen Tagesordnungspunkte in die nichtöffentliche Sitzung verlegen konnte, ohne dafür kritisiert zu werden.
Der Hammer ist die Linksabbiegespur auf der Mainbrücke für 1,1 Mio. €. Nachdem die Brücke fast fertig ist, lässt sich das wohl nicht mehr ändern. Die billige Lösung wäre gewesen, mit einem Verkehrsschild das Linksabbiegen zu verbieten. Aber: macht nichts! Die Burgkunstadter fahren gern noch ein paar Jahre über ihre verrotteten Straßen. Hauptsache, es muss niemand wegen eines Linksabbiegers an der Mainbrücke warten.
In der Sitzung des Finanzausschusses hatte Stadtrat Günter Knorr die Erweiterung des Baugebiets Lerchenbühl für 520.000 € noch als "Luftschlösser" bezeichnet. Anscheinend ist er jetzt wieder anderer Meinung, sonst hätte er ja dem Haushaltsplan nicht zustimmen dürfen. Vielleicht findet er es aber doch nicht so schlecht, Luftschlösser zu bauen bzw. Bauplätze für Luftschlösser zu erschließen.
Jetzt ist nicht mehr von einer Skaterbahn, sondern von einem Skaterpark die Rede. Dieser Skaterpark ist anscheinend wichtiger als die Sanierung des Kassen- und Umkleidetraktes im Freibad, die Kanalsanierung Kesselweg oder die Schaltanlage in Neuses und wichtiger als all die anderen Dinge, die verschoben wurden. Das nenne ich doch einmal gekonnte Priorisierung! Aber ich vergaß: Der Skaterpark lockt junge Familien an, die dann Steuern zahlen und - schwuppdiwupp! - klingelt das Geld wieder in der Kasse.
Für die Sanierung des alten Schulhauses in Ebneth sind heuer 100.000 € und zukünftig noch einmal 100.000 € vorgesehen. Das alte Schulhaus ist aber gar nicht so alt. Es wurde 1913 errichtet, nachdem das wirklich alte Schulhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen worden war (siehe Wikipedia). Es wäre sicher billiger, das neue alte Schulhaus ebenfalls abzureißen. Und schon gäbe es wieder einen neuen Bauplatz. Vielleicht fände sich auch ein Käufer, der es für 1 € kauft.
Zweite Bürgermeisterin Sabine Heppner fand es befremdlich, dass Kritik immer in der öffentlichen Sitzung geäußert werde. Wo steht, dass in der öffentlichen Sitzung keine Kritik geäußert werden darf? Anscheinend trauert Heppner der guten alten Zeit nach, als man alle unangenehmen Tagesordnungspunkte in die nichtöffentliche Sitzung verlegen konnte, ohne dafür kritisiert zu werden.
Der Hammer ist die Linksabbiegespur auf der Mainbrücke für 1,1 Mio. €. Nachdem die Brücke fast fertig ist, lässt sich das wohl nicht mehr ändern. Die billige Lösung wäre gewesen, mit einem Verkehrsschild das Linksabbiegen zu verbieten. Aber: macht nichts! Die Burgkunstadter fahren gern noch ein paar Jahre über ihre verrotteten Straßen. Hauptsache, es muss niemand wegen eines Linksabbiegers an der Mainbrücke warten.
In der Sitzung des Finanzausschusses hatte Stadtrat Günter Knorr die Erweiterung des Baugebiets Lerchenbühl für 520.000 € noch als "Luftschlösser" bezeichnet. Anscheinend ist er jetzt wieder anderer Meinung, sonst hätte er ja dem Haushaltsplan nicht zustimmen dürfen. Vielleicht findet er es aber doch nicht so schlecht, Luftschlösser zu bauen bzw. Bauplätze für Luftschlösser zu erschließen.
Jetzt ist nicht mehr von einer Skaterbahn, sondern von einem Skaterpark die Rede. Dieser Skaterpark ist anscheinend wichtiger als die Sanierung des Kassen- und Umkleidetraktes im Freibad, die Kanalsanierung Kesselweg oder die Schaltanlage in Neuses und wichtiger als all die anderen Dinge, die verschoben wurden. Das nenne ich doch einmal gekonnte Priorisierung! Aber ich vergaß: Der Skaterpark lockt junge Familien an, die dann Steuern zahlen und - schwuppdiwupp! - klingelt das Geld wieder in der Kasse.
Für die Sanierung des alten Schulhauses in Ebneth sind heuer 100.000 € und zukünftig noch einmal 100.000 € vorgesehen. Das alte Schulhaus ist aber gar nicht so alt. Es wurde 1913 errichtet, nachdem das wirklich alte Schulhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen worden war (siehe Wikipedia). Es wäre sicher billiger, das neue alte Schulhaus ebenfalls abzureißen. Und schon gäbe es wieder einen neuen Bauplatz. Vielleicht fände sich auch ein Käufer, der es für 1 € kauft.
Geld stinkt nicht
Die Una Sancta Catholica Ecclesia hat sich wohl auf ihre lateinische Tradition besonnen und gedacht: "Pecunia non olet." (Geld stinkt nicht.) Die Gemeinde Altenkunstadt beteiligt sich mit 100.000 Euro am Einbau einer behindertengerechten Toilette in das katholische Pfarrhaus und zahlt dann auch noch 150 Euro Monatsmiete - die Kirchenstiftung zahlt nur 40.000 Euro. Zusätzlich lässt die Gemeinde die Toiletten reinigen. Kaiser Vespasian (von dem das mit dem nicht-stinkenden Geld stammt) wäre entzückt gewesen.
Das Klo wurde billiger, weil Damen- und Behindertentoilette in einem Abteil zusammengelegt wurden. Aber was wird damit eigentlich ausgesagt? Vielleicht: Frausein ist so etwas wie eine Behinderung, also gehören beide Gruppen in dasselbe Klo. Oder: Behinderte Männer sind irgendwie ein Neutrum, das ich aufs Damenklo schicken kann, genauso wie einen vierjährigen Buben. Warum ist die Behindertentoilette eigentlich nicht im Herrenklo? Ist das unanständiger als umgekehrt?
Das Klo wurde billiger, weil Damen- und Behindertentoilette in einem Abteil zusammengelegt wurden. Aber was wird damit eigentlich ausgesagt? Vielleicht: Frausein ist so etwas wie eine Behinderung, also gehören beide Gruppen in dasselbe Klo. Oder: Behinderte Männer sind irgendwie ein Neutrum, das ich aufs Damenklo schicken kann, genauso wie einen vierjährigen Buben. Warum ist die Behindertentoilette eigentlich nicht im Herrenklo? Ist das unanständiger als umgekehrt?
26. März 2015
Investition in Feuerwehr ist unverzichtbar
Im Finanzausschuss der Stadt Burgkunstadt wurde der Haushalt 2015 beraten. Für eine weitere Erschließung des Baugebiets Lerchenbühl müsste die Stadt 520.000 € hinblättern. Stadtrat Günter Knorr hat es richtig erfasst: das sind Luftschlösser. Ich kann das Gewaaf nicht mehr hören, dass mit Bauplätzen junge Familien nach Burgkunstadt gelockt werden sollen. Erstens haben junge Familien kein Geld und zweitens musste ich nur einen Blick auf die im Obermain-Tagblatt gegenüberliegende Seite werfen, um zu sehen, woran es in Burgkunstadt hapert: "Noch 160 Mitarbeiter bangen um den Job."
Es gibt so viele unbebaute Bauplätze in Burgkunstadt. Sie werden teilweise als Äcker genutzt, teilweise als Gärten. Auf einem Bauplatz war sogar mal eine Christbaumplantage. Warum verpflichtet die Stadt die Eigentümer nicht, die Grundstücke innerhalb einer angemessenen Frist zu bebauen oder andernfalls an die Stadt zurück zu geben? Das kostet sicher keine 520.000 €.
Wenn die Grundschule aufwendig saniert wird, bleiben vielleicht auch 500 € für meinen Herzenswunsch übrig: Bitte beseitigt die Nazisymbolik an der Fassade. Auf dem Bild im Obermain-Tagblatt waren sie wieder gut zu erkennen, der Adler mit dem herausgemeißelten Hakenkreuz und das Schwert. Was es mit Adler und Schwert auf sich hat, habe ich bereits geschrieben.
Die Verwaltung braucht eine neue Klimaanlage für 20.000 €. Warum brauchen die Mitarbeiter der Verwaltung eine Klimaanlage? Ich habe 33 Jahre in Büros ohne Klimaanlage gearbeitet, wie übrigens die große Mehrheit aller Angestellten in Deutschland. Falls es an der Glasfassade des Rathausneubaus liegen sollte: Warum wurden keine wärmedämmenden Fenster eingebaut? Das wäre allemal billiger als eine unökologische Klimanlage
Wozu die Verwaltung einen Server für 53.000 € braucht, erschließt sich mir auch nicht. Hier hat die Kämmerin Heike Eber vermutlich eine Null zuviel angehängt. Eine Alternative zu einem eigenen Server, der nach drei Jahren abgeschrieben ist, ist das Mieten eines Servers. Der Server wird vom Hosting-Anbieter gewartet und ausgetauscht. Datensicherung ist inklusive. Man braucht nur eine schnelle Anbindung an das Rechenzentrum.
Ich gehe mal davon aus, dass die Reporterin Gerda Völk korrekt berichtet hat: 50.000 € sind für eine Auschreibung zur Ermittlung eines Architekturbüros für die Planung des Lehrschwimmbeckens notwendig. Geht's noch? Wie wär's, wenn das Bauamt das Architekturbüro selbst sucht?
Das Geld für die Renovierung des Feuerwehrhauses und für die Ausrüstung der Feuerwehrleute ist sicher gut angelegt. Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr opfern ihre Freizeit, um den Brandschutz in Burgkunstadt sicher zu stellen. Bei ihren Einsätzen setzen sie teilweise ihre Gesundheit (auch die seelische) und manchmal sogar ihr Leben aufs Spiel, während wir anderen uns nur noch einmal im Bett umdrehen und über das Martinshorn maulen. Diesen Feuerwehrleuten müssen wir Hochachtung zollen; jeder Euro, der der Sicherheit der Feuerwehrleute dient, ist unverzichtbar.
Ich nehme mal an, dass der Internetzugang der Stadt nicht, wie die Kämmerin erklärte, über die Telefonleitungen laufen, sondern dass es auch in der Stadtverwaltung DSL gibt. Wenn die Telekommunikationskosten der Stadt wirklich so hoch sind, wie Stadtrat Thomas Müller monierte, dann sollte die Verwaltung einmal Alternativangebote einholen.
Es gibt so viele unbebaute Bauplätze in Burgkunstadt. Sie werden teilweise als Äcker genutzt, teilweise als Gärten. Auf einem Bauplatz war sogar mal eine Christbaumplantage. Warum verpflichtet die Stadt die Eigentümer nicht, die Grundstücke innerhalb einer angemessenen Frist zu bebauen oder andernfalls an die Stadt zurück zu geben? Das kostet sicher keine 520.000 €.
Wenn die Grundschule aufwendig saniert wird, bleiben vielleicht auch 500 € für meinen Herzenswunsch übrig: Bitte beseitigt die Nazisymbolik an der Fassade. Auf dem Bild im Obermain-Tagblatt waren sie wieder gut zu erkennen, der Adler mit dem herausgemeißelten Hakenkreuz und das Schwert. Was es mit Adler und Schwert auf sich hat, habe ich bereits geschrieben.
Die Verwaltung braucht eine neue Klimaanlage für 20.000 €. Warum brauchen die Mitarbeiter der Verwaltung eine Klimaanlage? Ich habe 33 Jahre in Büros ohne Klimaanlage gearbeitet, wie übrigens die große Mehrheit aller Angestellten in Deutschland. Falls es an der Glasfassade des Rathausneubaus liegen sollte: Warum wurden keine wärmedämmenden Fenster eingebaut? Das wäre allemal billiger als eine unökologische Klimanlage
Wozu die Verwaltung einen Server für 53.000 € braucht, erschließt sich mir auch nicht. Hier hat die Kämmerin Heike Eber vermutlich eine Null zuviel angehängt. Eine Alternative zu einem eigenen Server, der nach drei Jahren abgeschrieben ist, ist das Mieten eines Servers. Der Server wird vom Hosting-Anbieter gewartet und ausgetauscht. Datensicherung ist inklusive. Man braucht nur eine schnelle Anbindung an das Rechenzentrum.
Ich gehe mal davon aus, dass die Reporterin Gerda Völk korrekt berichtet hat: 50.000 € sind für eine Auschreibung zur Ermittlung eines Architekturbüros für die Planung des Lehrschwimmbeckens notwendig. Geht's noch? Wie wär's, wenn das Bauamt das Architekturbüro selbst sucht?
Das Geld für die Renovierung des Feuerwehrhauses und für die Ausrüstung der Feuerwehrleute ist sicher gut angelegt. Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr opfern ihre Freizeit, um den Brandschutz in Burgkunstadt sicher zu stellen. Bei ihren Einsätzen setzen sie teilweise ihre Gesundheit (auch die seelische) und manchmal sogar ihr Leben aufs Spiel, während wir anderen uns nur noch einmal im Bett umdrehen und über das Martinshorn maulen. Diesen Feuerwehrleuten müssen wir Hochachtung zollen; jeder Euro, der der Sicherheit der Feuerwehrleute dient, ist unverzichtbar.
Ich nehme mal an, dass der Internetzugang der Stadt nicht, wie die Kämmerin erklärte, über die Telefonleitungen laufen, sondern dass es auch in der Stadtverwaltung DSL gibt. Wenn die Telekommunikationskosten der Stadt wirklich so hoch sind, wie Stadtrat Thomas Müller monierte, dann sollte die Verwaltung einmal Alternativangebote einholen.
12. März 2015
Wann kommt eine gültige Abwassersatzung?
Im November hatte sich der burgkunstadter Stadtrat wider besseres Wissen gegen die gesplittete Abwassergebühr ausgesprochen. In der letzten Stadtratssitzung behauptete Bürgermeisterin Christine Frieß, es gebe keine Rechtsgrundlage für die gesplittete Abwassergebühr. Hier irrt die Bürgermeisterin! Rechtsgrundlage ist das kommunale Abgabengesetz. Gemäß Art. 8, Abs. 4 KAG
sind die Gebühren für die öffentliche Einrichtung nach dem Ausmaß zu bemessen,
in dem die Gebührenschuldner die öffentliche Einrichtung benutzen.
Weil die Messung der tatsächlichen Abwassermenge nicht praktikabel ist, hat die ständige Rechtssprechung festgelegt, dass erst ab einem Anteil des Oberflächenwassers von mehr als 12 % an den Gesamtkosten für die Entwässerung eine benutzungsabhängige Abrechnung notwendig ist. Die Kosten für die Niederschlagsentwässerung betragen in Burgkunstadt 22 % der Gesamtkosten der Entwässerung. Der Anteil der einzelnen Grundstücke an der Oberflächenentwässerung kann über die Versiegelung der Grundstücksfläche im Verhältnis zur gesamten versiegelten Fläche des Stadtgebietes genügend genau geschätzt werden.
Ich erwarte nicht, dass eine Bürgermeisterin, die erst kurz im Amt ist, alle kommunalrechtlichen Bestimmungen kennt. Ich erwarte aber, dass Verwaltungsbeamte, die das Kommunalrecht über Jahre hinweg anwenden, die Bürgermeisterin kompetent beraten.
Stadtrat Günter Knorr hält die gesplittete Abwassergebühr für sozial unverträglich. Sozial unverträglich sind meiner Meinung nach Beschlüsse, die gegen geltendes Recht verstoßen. Sie stören den Rechtsfrieden. Stadtrat Hans Peter Marx meinte nach der Abstimmung, dass ein betroffener Stadtrat nicht hätte darüber abstimmen dürfen, ob der Rechtsweg beschritten werden solle. So etwas sollte eigentlich vor der Abstimmung geklärt werden.
Die zwei Bürger, die gegen den Abrechnungsbescheid vorgegangen sind, sollen jetzt einfach einen neuen Bescheid bekommen. Aber so einfach geht das nicht. Gebührenbescheide können nur aufgrund einer gültigen Satzung erlassen werden. In der aktuellen Satzung ist aber die Abwassermenge an die Frischwassermenge gekoppelt. Sie ist damit nicht gültig. Also, liebe Stadträte: beschließt erst einmal eine rechtskonforme Abwassersatzung und erlasst dann neue Gebührenbescheide. Keine Sonderrechte für Leute, die sich beschweren, sondern gleiches Recht für alle!
Weil die Messung der tatsächlichen Abwassermenge nicht praktikabel ist, hat die ständige Rechtssprechung festgelegt, dass erst ab einem Anteil des Oberflächenwassers von mehr als 12 % an den Gesamtkosten für die Entwässerung eine benutzungsabhängige Abrechnung notwendig ist. Die Kosten für die Niederschlagsentwässerung betragen in Burgkunstadt 22 % der Gesamtkosten der Entwässerung. Der Anteil der einzelnen Grundstücke an der Oberflächenentwässerung kann über die Versiegelung der Grundstücksfläche im Verhältnis zur gesamten versiegelten Fläche des Stadtgebietes genügend genau geschätzt werden.
Ich erwarte nicht, dass eine Bürgermeisterin, die erst kurz im Amt ist, alle kommunalrechtlichen Bestimmungen kennt. Ich erwarte aber, dass Verwaltungsbeamte, die das Kommunalrecht über Jahre hinweg anwenden, die Bürgermeisterin kompetent beraten.
Stadtrat Günter Knorr hält die gesplittete Abwassergebühr für sozial unverträglich. Sozial unverträglich sind meiner Meinung nach Beschlüsse, die gegen geltendes Recht verstoßen. Sie stören den Rechtsfrieden. Stadtrat Hans Peter Marx meinte nach der Abstimmung, dass ein betroffener Stadtrat nicht hätte darüber abstimmen dürfen, ob der Rechtsweg beschritten werden solle. So etwas sollte eigentlich vor der Abstimmung geklärt werden.
Die zwei Bürger, die gegen den Abrechnungsbescheid vorgegangen sind, sollen jetzt einfach einen neuen Bescheid bekommen. Aber so einfach geht das nicht. Gebührenbescheide können nur aufgrund einer gültigen Satzung erlassen werden. In der aktuellen Satzung ist aber die Abwassermenge an die Frischwassermenge gekoppelt. Sie ist damit nicht gültig. Also, liebe Stadträte: beschließt erst einmal eine rechtskonforme Abwassersatzung und erlasst dann neue Gebührenbescheide. Keine Sonderrechte für Leute, die sich beschweren, sondern gleiches Recht für alle!
7. März 2015
Torben will skaten
Die Frauenunion des Landkreises Lichtenfels mit der Kreisvorsitzenden Melitta Braun besuchte die burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß. Wann und warum habe ich aus dem Obermain-Tagblatt leider nicht erfahren. Vielleicht war es eine PR-Aktion der CSU.
Braun fand es gut, dass sieben Frauen im Stadtrat vertreten sind. Impulse, die aus Sicht der Frauen kämen, seien für die Entscheidungsfindung wichtig. Es mag an meinem Männerhirn oder an meinem vorgerückten Alter liegen: Ich kann mich beim besten Willen an keinen wichtigen Impuls erinnern, der im vergangenen Jahr von einer Stadträtin gegeben wurde. Also, liebe Stadträtinnen, gebt Impulse!
Die Bürgermeisterin glaubt immer noch, dass sie mit einem Lehrschwimmbecken und einer Skaterbahn die Attraktivität der Stadt so erhöht, dass damit dem demografischen Wandel entgegen gewirkt werden könne. Demografischer Wandel ist ein schönerer Ausdruck für Überalterung der Bevölkerung.
Stellen wir uns doch einmal diese Situation vor: Ein junges Ehepaar mit seinem zehnjährigen Sohn Torben will an den Obermain ziehen. Über die Gründe können wir nur spekulieren; um einen Umzug wegen einer besser bezahlten qualifizierten Arbeitsstelle wird es sich wohl nicht handeln.
Beim Abendessen wird der bevorstehende Umzug besprochen.
Vater: "Wir könnten nach Altenkunstadt oder nach Burgkunstadt ziehen."
Torben: "Ich will nach Altenkunstadt, die haben eine Skaterbahn."
Mutter: "Aber Torben, in Burgkunstadt gibt es ein Gymnasium und eine Realschule."
Torben: "Nein, ich will dort wohnen, wo es eine Skaterbahn gibt!"
Vater: "Einen Bahnhof gibt es in Burgkunstadt auch. Und sogar ein solarbeheiztes Freibad."
Torben: "Nein, ich mag kein blödes Freibad. Ich will skaten."
Mutter: "Ich fahre dich jeden Tag zum Skaten nach Altenkunstadt."
Torben stampft trotzig auf den Boden und brüllt: "Ich will keine Schule, ich will nicht schwimmen, ich will eine Skaterbahn!"
Die Mutter versöhnlich: "Also gut, mein Kind, wir ziehen nach Altenkunstadt."
Der Vater brummelt: "Hätten sie doch in Burgkunstadt nur eine Skaterbahn gebaut. Zur Strafe müssen sie jetzt auf uns verzichten."
Braun fand es gut, dass sieben Frauen im Stadtrat vertreten sind. Impulse, die aus Sicht der Frauen kämen, seien für die Entscheidungsfindung wichtig. Es mag an meinem Männerhirn oder an meinem vorgerückten Alter liegen: Ich kann mich beim besten Willen an keinen wichtigen Impuls erinnern, der im vergangenen Jahr von einer Stadträtin gegeben wurde. Also, liebe Stadträtinnen, gebt Impulse!
Die Bürgermeisterin glaubt immer noch, dass sie mit einem Lehrschwimmbecken und einer Skaterbahn die Attraktivität der Stadt so erhöht, dass damit dem demografischen Wandel entgegen gewirkt werden könne. Demografischer Wandel ist ein schönerer Ausdruck für Überalterung der Bevölkerung.
Stellen wir uns doch einmal diese Situation vor: Ein junges Ehepaar mit seinem zehnjährigen Sohn Torben will an den Obermain ziehen. Über die Gründe können wir nur spekulieren; um einen Umzug wegen einer besser bezahlten qualifizierten Arbeitsstelle wird es sich wohl nicht handeln.
Beim Abendessen wird der bevorstehende Umzug besprochen.
Vater: "Wir könnten nach Altenkunstadt oder nach Burgkunstadt ziehen."
Torben: "Ich will nach Altenkunstadt, die haben eine Skaterbahn."
Mutter: "Aber Torben, in Burgkunstadt gibt es ein Gymnasium und eine Realschule."
Torben: "Nein, ich will dort wohnen, wo es eine Skaterbahn gibt!"
Vater: "Einen Bahnhof gibt es in Burgkunstadt auch. Und sogar ein solarbeheiztes Freibad."
Torben: "Nein, ich mag kein blödes Freibad. Ich will skaten."
Mutter: "Ich fahre dich jeden Tag zum Skaten nach Altenkunstadt."
Torben stampft trotzig auf den Boden und brüllt: "Ich will keine Schule, ich will nicht schwimmen, ich will eine Skaterbahn!"
Die Mutter versöhnlich: "Also gut, mein Kind, wir ziehen nach Altenkunstadt."
Der Vater brummelt: "Hätten sie doch in Burgkunstadt nur eine Skaterbahn gebaut. Zur Strafe müssen sie jetzt auf uns verzichten."
6. März 2015
Neues Wissen zu Lehrschwimmbecken
Irgendwann gab es mal ein Ultimatum von Landrat Christian Meißner: Burgkunstadt müsse bis Ende 2014 entscheiden, ob ein Lehrschwimmbecken gebaut werde; sonst gebe es keine Zuschüsse mehr vom Kreis. In meiner Lieblingszeitung Obermain-Tagblatt las ich aber heute, dass der Kreis für heuer trotzdem eine Verpflichtungsermächtigung über 0,5 Mio. Euro in den Haushalt für das Lehrschwimmbecken einstellt.
Wollte der Landrat die Burgkunstadter mit seinem Ultimatum aufrütteln, wollte er ihnen Angst machen oder sie zu übereilten Beschlüssen verleiten? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, warum die Sportanlagen der weiterführenden Schulen in Burgkunstadt kleiner ausfallen, wenn ein Lehrschwimmbecken gebaut wird.
Der Landrat weiß aber zwischenzeitlich etwas mehr: Für ein 25-Meter-Becken sind mindestens 106 Sportklassen nötig. Er bezweifelt, ob so viele Sportklassen im Raum Burgkunstadt zusammen kommen. Dieses Wissen sollte er den Gemeinderäten von Burg- und Altenkunstadt zuteil werden lassen. Sonst planen sie ein großes Becken, das nicht bezuschusst wird.
Wenn wir noch ein bisschen warten, werden wir unser Wissen vielleicht weiter mehren: Wir werden Berechnungen zu den Unterhalts- und Wartungskosten anstellen; vielleicht werden wir uns Gedanken über die Zahl der Schwimmklassen machen; wir werden über die zu erwartenden Besucherzahlen und Eintrittsgelder nachdenken; wir werden zu dem Schluss kommen, dass sich das alles nicht rechnet. Und schließlich werden wir in 10 Jahren rückblickend sagen: Gut, dass unsere Stadträte so weitsichtig waren und kein Bad gebaut haben, weil andere Kommunen den Unterhalt ihrer Bäder nicht mehr stemmen konnten und sie schließen mussten.
Wollte der Landrat die Burgkunstadter mit seinem Ultimatum aufrütteln, wollte er ihnen Angst machen oder sie zu übereilten Beschlüssen verleiten? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, warum die Sportanlagen der weiterführenden Schulen in Burgkunstadt kleiner ausfallen, wenn ein Lehrschwimmbecken gebaut wird.
Der Landrat weiß aber zwischenzeitlich etwas mehr: Für ein 25-Meter-Becken sind mindestens 106 Sportklassen nötig. Er bezweifelt, ob so viele Sportklassen im Raum Burgkunstadt zusammen kommen. Dieses Wissen sollte er den Gemeinderäten von Burg- und Altenkunstadt zuteil werden lassen. Sonst planen sie ein großes Becken, das nicht bezuschusst wird.
Wenn wir noch ein bisschen warten, werden wir unser Wissen vielleicht weiter mehren: Wir werden Berechnungen zu den Unterhalts- und Wartungskosten anstellen; vielleicht werden wir uns Gedanken über die Zahl der Schwimmklassen machen; wir werden über die zu erwartenden Besucherzahlen und Eintrittsgelder nachdenken; wir werden zu dem Schluss kommen, dass sich das alles nicht rechnet. Und schließlich werden wir in 10 Jahren rückblickend sagen: Gut, dass unsere Stadträte so weitsichtig waren und kein Bad gebaut haben, weil andere Kommunen den Unterhalt ihrer Bäder nicht mehr stemmen konnten und sie schließen mussten.
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