30. April 2018

Was nicht in der Zeitung stand

Der Bericht im Obermain-Tagblatt über die letzte Stadtratssitzung in Burgkunstadt erweckt den Eindruck, dass die wesentlichen Eckpunkte des Haushalts 2018 von Bürgermeisterin Christine Frieß und Kämmerin Heike Eber in der Sitzung erläutert wurden. Dem ist aber nicht so. Eber hat in der Sitzung keinen Piep gesagt. Reporter Gerhard Herrmann hat in seinem Artikel nicht klar unterschieden, was in der Sitzung vorgetragen wurde, und was ihm von Frieß und Eber bei anderer Gelegenheit gesagt oder aufgeschrieben wurde.

So toll wie in der Sitzung gefeiert ist der neue Haushalt auch nicht. In der Sitzungsvorlage schrieb Eber, dass die "Stadt leider nicht auf eine fundierte Finanzausstattung zur Finanzierung ihrer Pflichtaufgaben zurückgreifen kann" und "dass unvermeidbare Investitionen die Stadt auch in den nächsten Jahren weiterhin vor große finanzielle Herausforderungen stellen".

Anscheinend hat der Stadtrat auch die Defizite bei Freibad, Forstbetrieb und Bestattungswesen wohlwollend abgenickt. Ich hätte mir da eine heftige Debatte erwartet, in der um Lösungen zum Reduzieren der Defizite gerungen wird. Aber Debatten finden ja praktisch nicht statt, wir wollen uns alle lieb haben, und der Öffentlichkeit geht das gar nichts an. Mir stellt sich beispielsweise die Frage, wie der Forstbetrieb 38.000 € Defizit erwirtschaftet. Wäre es da nicht höchste Zeit ihn einzustellen?

2 Kommentare:

  1. Hallo Herr Weickert. Das Thema Defizit-Freibad finde ich ganz persönlich interessant. Scheinbar weiß jeder im Rathaus, dass das Freibad minus macht. Wie aber setzt sich das Defizit zusammen? Wieviel % sind Personalkosten, wiehoch ist der Einsatz von Wasser und Verbrauchsgütern, wieviel kostet die Grünanlage usw usw. Hier wäre doch mal ein Thema um anzusetzen.......

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    1. Ich habe mal im Haushaltsplan 2017 nachgesehen:

      Einnahmen: 50.685 €
      Personal: 127.485 €
      Betriebskosten: 277.515 €
      Anschaffungen: 12.900 €

      Große Brocken bei den Betriebkosten:

      Wasser: 34.500 €
      Strom: 22.000 €
      innere Verrechnungen: 29.000 €
      Abschreibungen: 80.000 €
      Verzinsung des Anlagekapitals: 65.000 €

      Wobei der Haushalt immernoch kameralistisch geplant wird. In der Kameralistik haben Abschreibungen und fiktive Verzinsung des Anlagekapitals nichts zu suchen. Damit wäre das Defizit schon 145.000 € niedriger, ohne irgend jemand weh zu tun.

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