Was will uns der unbekannte Künstler mit diesem Stillleben sagen? Vielleicht handelt es sich auch nicht um ein Stillleben, sondern um eine Performance oder eine Installation. Ich versuche mich mal in einer Interpretation.
Mit der Aktion im ersten Bild vermittelt uns der Künstler, dass auch ein eckiger Pappkarton eine ungeheuere Steifigkeit entfaltet. Er lässt sich nicht knicken, um ihn dann in einen runden Mülleimer zu stecken. Ein Sinnbild für den unbeugsamen Willen des modernen Menschen. Das Eckige nur ins Eckige, ungefaltet, ungebrochen. Das Runde hat ausgedient.
Das zweite Bild zeigt uns den geselligen Kompromiss. Der Pappkarton ist nicht mehr allein. Ein zweiter hat sich dazugesellt. Das besänftigt ersten. Beide ruhen friedlich auf dem runden eisernen Eimer. Aber sie lassen sich nicht falten, sie sind trotzdem unnachgiebig.
Am dritten Tag dann der Widerstand gegen den Rundheitszwang: Beide Kartons haben den Eimer wieder verlassen und sich in den eckigen Kübel gekuschelt. Das Eckige gehört einfach ins Eckige! Keine Kompromisse! Und wie zur Versöhnung mit der Welt bietet der braune Karton noch eine Pizzaecke an, im Bild leider nicht sichtbar. Aber die Ratten wird's freuen.
Aber vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken über die Sinnhaftigkeit des Vorgangs und es handelt sich einfach um rücksichtslose Zeitgenossen ohne gute Kinderstube, die die Sauerei hinterlassen haben.



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