Am Samstag, 17. Januar war ich im Wertstoffhof Burgkunstadt, um eine kaputte Mikrowelle und Batterien zu entsorgen. Zu meiner großen Überraschung war der komplette Wertstoffhof mit einem durchgehenden Eispanzer überzogen. Wenn ich mich recht erinnere fiel am Montag zuvor Eisregen. Der Regen traf im Wertstoffhof auf eine geschlossene Schneedecke und gefror wieder zu einer welligen Eislandschaft. "Kein Problem", werden Sie vielleicht denken, "da war sicher mit abstumpfenden Mitteln gestreut, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen." Leider muss ich Sie enttäuschen: Außer Eis war da nichts.
Ich konnte mit Mühe aus meinem Auto aussteigen und die Mikrowelle in den Elektroschrottcontainer stellen. Auf halbem Weg zum Batteriecontainer hat mir der freundliche Wertstoffhofmitarbeiter geholfen, weil er das Elend nicht mit ansehen konnte. Er hat mich dann noch zu meinem Auto geführt, sonst wäre ich wahrscheinlich hingeknallt. Und ja, ich trug Schuhe mit grobem Profil.
Über die Homepage der Stadt Burgkunstadt habe ich die Stadtverwaltung auf diesen Mangel hingewiesen. Ich habe auch tatsächlich eine Antwort bekommen: Ich müsse mich an den Landkreis wenden, weil der Wertstoffhof eine Kreiseinrichtung sei. Das hätte die Stadtverwaltung natürlich auch selbst machen können, aber anscheinend sah man die Sicherheit auf dem Wertstoffhofgelände als mein Privatvergnügen an.
Also habe ich eine E-Mail an die Abfallwirtschaft geschickt: "Sehr geehrte Damen und Herren, am 17.01.26 suchte ich gegen 11:00 Uhr den Wertstoffhof Burgkunstadt auf. Das gesamte Areal war mit einem durchgehenden Eispanzer bedeckt. Es war weder geräumt noch gestreut. Aus Sicherheitsgründen sollten wenigstens die Flächen vor den Containern gestreut sein." Ich bekam auch eine Antwort: Die Abfallwirtschaft sei bemüht, die Anlage eisfrei zu halten. Aufgrund der aktuellen Wetterlage sei dies aber schwer dauerhaft zu gewährleisten.
Der Landkreis unterliegt für seine Anlagen der Verkehrssicherungspflicht, ob das schwer ist oder nicht. Wenn er seiner Pflicht nicht nachkommt und es geschieht ein Unfall, muss er den entstandenen Schaden ersetzen. Der Wertstoffhof ist mittwochs, freitags und samstags geöffnet. Der Eisregen war am Montag. Man hätte also bis Mittwoch zumindest streuen können, ganz sicher aber bis Samstag. Wenn tatsächlich die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet werden kann, dann muss man eben die Anlage schließen.
Merke: Suche den Wertstoffhof nicht auf bei Frost und vorangegangenem Regen! Es könnte sein, dass du dir dort die Knochen brichst.