Die Stadt Burgkunstadt hat mir freundlicherweise die aktuelle Analyse unseres Trinkwassers vom März 2016 zur Verfügung gestellt. Ich habe die Daten in einer Tabelle zusammengefasst. In der Tabelle sind nur die Werte enthalten, bei denen die Nachweisgrenze überschritten ist. Die Werte für Hoch- und Tiefzone sind ähnlich, die Grenzwerte sind ebenfalls angegeben. Ich habe in die Tabelle zusätzlich die Werte für zwei Mineralwässer (Wasser 1 und Wasser 2) aufgenommen. Für Kalium, Calcium und Magesium gibt es keine Grenzwerte, weil diese Elemente unabhängig von der aufgenommenen Menge unschädlich sind.
Die Werte sind in mg/l (Milligramm pro Liter) angegeben. Zuerst mal das Gute: Es wird kein Grenzwert überschritten. Die Grenzwerte wurden nach dem Vorsorgeprinzip festgelegt, d. h. bei üblicher Aufnahmemenge an Trinkwasser sollen sicher noch keine schädlichen Dosen in den Körper gelangen. Die Grenzwerte für Natrium, Chlorid und Sulfat wurden so festgelegt, dass keine Korrosionen an den Leitungen auftreten.
Bei der Nitratbelastung wird knapp die Hälfte des Grenzwertes erreicht. Nitrate selbst sind nicht giftig. Wir nehmen sie hauptsächlich mit pflanzlicher Nahrung auf. Allerdings können die Nitrate in die gesundheitsschädlichen Nitrite umgewandelt werden, beispielsweise durch Bakterien der Darmflora. Betroffen sind vor allem Säuglinge bis zum sechsten Lebensmonat. Säuglinge sollten daher nur mit möglichst wenig Nitrat belastetes Wasser zu sich nehmen.
Uran ist nicht wegen seiner geringen Radioaktivität schädlich, sondern weil es durch chemische Wirkung Nieren und Knochen schädigen kann. Betroffen sind vor allem wieder Babys und Kleinkinder. Foodwatch fordert daher einen Grenzwert von 2 Mikrogramm pro Liter (0,002 mg/l).
Wenn man also mal vom Nitrat und Uran absieht, hat unser Trinkwasser eine bessere Qualität als das Mineralwasser Nummer 2 (mehr Sulfat, Calcium, Magnesium und Kalium). Übrigens muss bei Mineralwasser kein Grenzwert für Uran genannt werden. Der Grenzwert für Nitrat entspricht dem für Trinkwasser (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung). Wenn aber auf der Mineralwasserflasche angegeben wird "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung", dann müssen der Nitratgehalt unter 10 mg/l und der Urangehalt unter 0,002 mg/l liegen. Unser Leitungswasser würde also diesen Hinweis "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" nicht tragen dürfen.
9. Juli 2016
7. Juli 2016
„Ich habe Bedenken, dass wir vorgeführt werden"
Stadtrat Günter Knorr hat es erkannt: „Ich habe Bedenken, dass wir vorgeführt werden." Der Stadtrat Burgkunstadt debattierte über ein neues Fachmarktzentrum, das sich die Firma Baur wünscht. Die Firma will damit nicht Burgkunstadt beglücken, sondern ihre leeren Hallen aufwerten, die an Aldi und Edeka angrenzen. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Sie will Kohle machen. Das ist natürlich ihr gutes Recht oder vielmehr ihre Pflicht. Ziel eines jeden Unternehmens ist es, Gewinn zu machen.
Auf der anderen Seite steht der Stadtrat als Vertreter der Bürger und als Organ der Gemeinde. Er hat seine Entscheidungen an den Interessen der gesamten Bevölkerung auszurichten, nicht an den Einzelinteressen eines Unternehmens. Also, welches Interesse hat die Bevölkerung an der Änderung des Bebaungsplans Seewiese zur Errichtung eines Fachmarktzentrums?
Im Gewerbegebiet Au gibt es mehrere Fachmärkte. Falls einige davon in das neue Fachmarktzentrum umziehen, werden die bisher genutzten Gebäude leer stehen. Den Vermietern der Gebäude brechen die Einnahmen weg. Es entsteht eine Gewerbebrache. Die Stadträte Wolfgang Sievert und Hans Peter Marx nennen das "Verlagerung von Märkten".
Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr schreibt dazu auf seiner Internetseite: "Langjährige Industrie- und Gewerbebrachen signalisieren Nutzungsverluste und Verfall. Sie stellen oft einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar und behindern die kommunale Entwicklung mehrfach. Sowohl das damit verbundene Negativimage als auch hohe Aufbereitungskosten für eine verträgliche Nachnutzung und zur Verringerung des Flächenverbrauchs sind eine große Belastung für die betroffenen Kommunen." Der bayerische Staat versucht, Industrie- und Gewerbebrachen wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, Burgkunstadt will sie erzeugen. Irgendwie ist das kontraproduktiv.
Die Regierung von Oberfranken und ISEK-Städteplaner befürchteten negative Auswirkungen auf die Burgkunstadter ISEK-Projekte (Städtebauförderung). Und flugs schaltete die Friedrich-Baur-Stiftung den Exministerpräsidenten Günter Beckstein ein. Man traf sich bei der Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die schon unter Beckstein in der Staatskanzlei arbeitete, und mit Landrat Christian Meißner, der im Kuratorium der Friedrich-Baur-Stiftung vertreten ist. Vorsitzender des Kuratoriums ist übrigens Dr. Georg Freiherr von Waldenfels, Staatsminister der Finanzen a. D., Rechtsanwalt. Und schon waren alle Bedenken vom Tisch.
Der geneigte Leser darf davon ausgehen, dass die Kuratoriumsposten nicht unentgeltlich wahrgenommen werden. Der Friedrich Baur Stiftung gehören 51 % des Kapitals an Baur. Die Stiftung ist natürlich auch daran interessiert, dass Baur Gewinn macht. 51 % von einem Haufen Geld ist immer noch ein Haufen. Und die Kuratoriumsmitglieder werden natürlich nicht nur für's Herumsitzen bezahlt, sondern dafür, dass sie helfen, den Gewinn des Unternehmens zu maximieren.
Blöd wäre es nur, wenn die Städteplaner und die Beamten bei der Regierung von Oberfranken mehr Ahnung von den ISEK-Förderrichtlinien hätten als die, die jetzt behaupten, das Fachmarktzentrum würde die geplanten Maßnahmen nicht berühren. Dann wäre nämlich die Förderung im Eimer.
Auf der anderen Seite steht der Stadtrat als Vertreter der Bürger und als Organ der Gemeinde. Er hat seine Entscheidungen an den Interessen der gesamten Bevölkerung auszurichten, nicht an den Einzelinteressen eines Unternehmens. Also, welches Interesse hat die Bevölkerung an der Änderung des Bebaungsplans Seewiese zur Errichtung eines Fachmarktzentrums?
Im Gewerbegebiet Au gibt es mehrere Fachmärkte. Falls einige davon in das neue Fachmarktzentrum umziehen, werden die bisher genutzten Gebäude leer stehen. Den Vermietern der Gebäude brechen die Einnahmen weg. Es entsteht eine Gewerbebrache. Die Stadträte Wolfgang Sievert und Hans Peter Marx nennen das "Verlagerung von Märkten".
Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr schreibt dazu auf seiner Internetseite: "Langjährige Industrie- und Gewerbebrachen signalisieren Nutzungsverluste und Verfall. Sie stellen oft einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar und behindern die kommunale Entwicklung mehrfach. Sowohl das damit verbundene Negativimage als auch hohe Aufbereitungskosten für eine verträgliche Nachnutzung und zur Verringerung des Flächenverbrauchs sind eine große Belastung für die betroffenen Kommunen." Der bayerische Staat versucht, Industrie- und Gewerbebrachen wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, Burgkunstadt will sie erzeugen. Irgendwie ist das kontraproduktiv.
Die Regierung von Oberfranken und ISEK-Städteplaner befürchteten negative Auswirkungen auf die Burgkunstadter ISEK-Projekte (Städtebauförderung). Und flugs schaltete die Friedrich-Baur-Stiftung den Exministerpräsidenten Günter Beckstein ein. Man traf sich bei der Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die schon unter Beckstein in der Staatskanzlei arbeitete, und mit Landrat Christian Meißner, der im Kuratorium der Friedrich-Baur-Stiftung vertreten ist. Vorsitzender des Kuratoriums ist übrigens Dr. Georg Freiherr von Waldenfels, Staatsminister der Finanzen a. D., Rechtsanwalt. Und schon waren alle Bedenken vom Tisch.
Der geneigte Leser darf davon ausgehen, dass die Kuratoriumsposten nicht unentgeltlich wahrgenommen werden. Der Friedrich Baur Stiftung gehören 51 % des Kapitals an Baur. Die Stiftung ist natürlich auch daran interessiert, dass Baur Gewinn macht. 51 % von einem Haufen Geld ist immer noch ein Haufen. Und die Kuratoriumsmitglieder werden natürlich nicht nur für's Herumsitzen bezahlt, sondern dafür, dass sie helfen, den Gewinn des Unternehmens zu maximieren.
Blöd wäre es nur, wenn die Städteplaner und die Beamten bei der Regierung von Oberfranken mehr Ahnung von den ISEK-Förderrichtlinien hätten als die, die jetzt behaupten, das Fachmarktzentrum würde die geplanten Maßnahmen nicht berühren. Dann wäre nämlich die Förderung im Eimer.
3. Juli 2016
Ist die Sonne eine Frau?
Neulich habe ich die Abkürzung SuS gelesen. Ich habe gleich mal Google gefragt, was ein SuS ist. In einem Forum für Referentare habe ich die Antwort gefunden. SuS ist die Abkürzung für Schülerinnen und Schüler. Eine Referentarin, die sich auch gefragt hatte, was ein SuS ist, wurde etwas oberlehrerhaft über die Bedeutung aufgeklärt.
Ich frage mich, warum Lehrer, die überwiegend verbeamtet sind, sich nicht an die amtliche deutsche Rechtschreibung halten. Im Deutschen unterscheidet man zwischen Genus (grammatisches Geschlecht) und Sexus (biologisches Geschlecht). Die Verfechterinnen der feministischen Linguistik stellen zwischen Genus und Sexus einen Zusammenhang her, der so nicht gegeben ist. Oder glaubt wirklich jemand, dass der Mond ein Mann, die Sonne eine Frau und das Kind eine Sache ist? Die Feministinnen behaupten, dass die angeblich maskuline Sprache die Unterdrückung der Frauen befördere.
Die vorgebliche Feminisierung der Sprache führt dann zu solchen Ausgeburten wie SuS, Azubi oder Studierende. Diese Aktionen sind nicht zu Ende gedacht. Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen dem Studierenden und der Studierenden. Übrigens wird der Plural generell mit dem weiblichen Artikel "die" gebildet. Also wären dann die Männer, die Studenten, die Lehrer alles Frauen? Den Gipfel der Sprachverirrung habe ich vor einiger Zeit im Artikel einer Journalistin gelesen: Sie schrieb allen Ernstes über "Witwer und Witwerinnen". Für die, die es nicht gleich parat haben: Es heißt die Witwe und der Witwer.
Die feministische Linguistik ist überflüssig. Sie hemmt den Lese- und Redefluss. Bestes Beispiel dafür sind Politiker, die ihre Genossinen speziell ansprechen wollen und von "Genossn un Genossn" reden, weil die Genossinen so schwer über die Lippen kommen. Diese Linguistik betont aber auch Unterschiede, wo keine gemacht werden sollten. Für mich ist es selbstverständlich, das Studenten und Studentinnen, Lehrerinnen und Lehrer gleichwertig sind. Die feministische Linguistik reißt Gräben zwischen den Geschlechtern auf, die schon längst zugeschüttet sind.
Ich frage mich, warum Lehrer, die überwiegend verbeamtet sind, sich nicht an die amtliche deutsche Rechtschreibung halten. Im Deutschen unterscheidet man zwischen Genus (grammatisches Geschlecht) und Sexus (biologisches Geschlecht). Die Verfechterinnen der feministischen Linguistik stellen zwischen Genus und Sexus einen Zusammenhang her, der so nicht gegeben ist. Oder glaubt wirklich jemand, dass der Mond ein Mann, die Sonne eine Frau und das Kind eine Sache ist? Die Feministinnen behaupten, dass die angeblich maskuline Sprache die Unterdrückung der Frauen befördere.
Die vorgebliche Feminisierung der Sprache führt dann zu solchen Ausgeburten wie SuS, Azubi oder Studierende. Diese Aktionen sind nicht zu Ende gedacht. Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen dem Studierenden und der Studierenden. Übrigens wird der Plural generell mit dem weiblichen Artikel "die" gebildet. Also wären dann die Männer, die Studenten, die Lehrer alles Frauen? Den Gipfel der Sprachverirrung habe ich vor einiger Zeit im Artikel einer Journalistin gelesen: Sie schrieb allen Ernstes über "Witwer und Witwerinnen". Für die, die es nicht gleich parat haben: Es heißt die Witwe und der Witwer.
Die feministische Linguistik ist überflüssig. Sie hemmt den Lese- und Redefluss. Bestes Beispiel dafür sind Politiker, die ihre Genossinen speziell ansprechen wollen und von "Genossn un Genossn" reden, weil die Genossinen so schwer über die Lippen kommen. Diese Linguistik betont aber auch Unterschiede, wo keine gemacht werden sollten. Für mich ist es selbstverständlich, das Studenten und Studentinnen, Lehrerinnen und Lehrer gleichwertig sind. Die feministische Linguistik reißt Gräben zwischen den Geschlechtern auf, die schon längst zugeschüttet sind.
9. Juni 2016
Kunst bringt Farbe auf den Friedhof - hurz!
Mit "Kunst bringt Farbe auf den Friedhof" überschrieb das Obermain-Tagblatt den Bericht über die letzte Stadtratssitzung. Eine Aufgabe der Kunst - der schönen Künste - ist es, Inhalte emotional zu transportieren, Emotionen zu wecken. Emotionen sind etwas Persönliches. Daher kann man über Kunst auch trefflich streiten. Kunst kann provozieren, kann spalten. Ein Beispiel dafür ist der verstorbene Joseph Beuys mit seinen Fettecken. Bekanntlich hat eine Fettecke in einer Badewanne bei einer Putzfrau eine Emotion zum Putzen geweckt.
Wie jemand seine Gräber künstlerisch gestaltet, ist mir wurscht. Jeder kann Kreuze, Buddhas oder sonst etwas aufstellen, wie er lustig ist. Ich habe sogar einmal das Grab eines anscheinend begeisterten Schafkopfspielers gesehen, auf dessen Stein die vier Ober abgebildet waren. Auch Regens Wagner soll ihre Gräber gestalten können, wie sie will. Allerdings kommt mir die künstlerische Interpretation sehr bemüht vor. Kunst, die sich nicht wenigstens teilweise dem Betrachter oder Hörer selbst erschließt, ist keine Kunst. Mir ist dazu die bekannte Hurz-Szene von Hape Kerkeling durch den Kopf gegangen.
Der Künstler Christian Degen verwendet einen besonderen braunen Stahl für seine Skulpturen. Künstlerisch wenig gebildete Leute wie ich sagen dazu einfach rostiger Stahl. In Burgkunstadt gibt es auch einen Künstler, der rostige Skulpturen baut. Die rostigen Wellen mit buntem Glas sollen das Rote Meer symbolisieren und den Durchzug der Israeliten durch dasselbe. Da wäre ich nie drauf gekommen. Irgendwo steht dann noch ein rotes Ding, das den brennenden Dornbusch symbolisieren soll.
Anscheinend haben der Künstler und der stellvertretende Leiter von Regens Wagner, Christian Behner, im Religionsunterricht nicht richtig aufgepasst. Beim Durchzug der Israeliten durch das Meer hat es sich geteilt. Die Skulptur stellt aber kein geteiltes Meer dar. Wahrscheinlich ist es das Meer, nachdem die Ägypter darin ertrunken sind. Gott hat die Israeliten durch eine Rauch- und Feuersäule beim Zug in das Gelobte Land geführt. Das mit dem brennenden Dornbusch war Moses, zu dem Gott daraus gesprochen hat.
Für Juden ist das Pessachfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, das wichtigste Fest. Der Auszug aus Ägypten beendete die Knechtschaft Israels. Daher ist es für Juden ein Fest der Hoffnung. Ich gehe allerdings davon aus, dass die wenigsten Bewohner von Regens Wagner Juden sind. Für Christen hingegen sind Tod und Auferstehung Jesu Zeichen der Hoffnung und Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde. Eine christliche Symbolik für die Gräber einer christlichen Einrichtung wäre eher angebracht.
Zum Schluss ließ Behner die Katze aus dem Sack: Für die Umgestaltung der Grabanlage hat Regens Wagner Fördermittel beantragt. Ein paar rostige Wellen mit buntem Glas aufstellen und schon gibt es Fördermittel, bezahlt aus Steuergeldern.
Wie jemand seine Gräber künstlerisch gestaltet, ist mir wurscht. Jeder kann Kreuze, Buddhas oder sonst etwas aufstellen, wie er lustig ist. Ich habe sogar einmal das Grab eines anscheinend begeisterten Schafkopfspielers gesehen, auf dessen Stein die vier Ober abgebildet waren. Auch Regens Wagner soll ihre Gräber gestalten können, wie sie will. Allerdings kommt mir die künstlerische Interpretation sehr bemüht vor. Kunst, die sich nicht wenigstens teilweise dem Betrachter oder Hörer selbst erschließt, ist keine Kunst. Mir ist dazu die bekannte Hurz-Szene von Hape Kerkeling durch den Kopf gegangen.
Der Künstler Christian Degen verwendet einen besonderen braunen Stahl für seine Skulpturen. Künstlerisch wenig gebildete Leute wie ich sagen dazu einfach rostiger Stahl. In Burgkunstadt gibt es auch einen Künstler, der rostige Skulpturen baut. Die rostigen Wellen mit buntem Glas sollen das Rote Meer symbolisieren und den Durchzug der Israeliten durch dasselbe. Da wäre ich nie drauf gekommen. Irgendwo steht dann noch ein rotes Ding, das den brennenden Dornbusch symbolisieren soll.
Anscheinend haben der Künstler und der stellvertretende Leiter von Regens Wagner, Christian Behner, im Religionsunterricht nicht richtig aufgepasst. Beim Durchzug der Israeliten durch das Meer hat es sich geteilt. Die Skulptur stellt aber kein geteiltes Meer dar. Wahrscheinlich ist es das Meer, nachdem die Ägypter darin ertrunken sind. Gott hat die Israeliten durch eine Rauch- und Feuersäule beim Zug in das Gelobte Land geführt. Das mit dem brennenden Dornbusch war Moses, zu dem Gott daraus gesprochen hat.
Für Juden ist das Pessachfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert, das wichtigste Fest. Der Auszug aus Ägypten beendete die Knechtschaft Israels. Daher ist es für Juden ein Fest der Hoffnung. Ich gehe allerdings davon aus, dass die wenigsten Bewohner von Regens Wagner Juden sind. Für Christen hingegen sind Tod und Auferstehung Jesu Zeichen der Hoffnung und Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde. Eine christliche Symbolik für die Gräber einer christlichen Einrichtung wäre eher angebracht.
Zum Schluss ließ Behner die Katze aus dem Sack: Für die Umgestaltung der Grabanlage hat Regens Wagner Fördermittel beantragt. Ein paar rostige Wellen mit buntem Glas aufstellen und schon gibt es Fördermittel, bezahlt aus Steuergeldern.
8. Juni 2016
Für unsere Kinder nur das Teuerste
Da haben sich unsere Stadträte wieder einmal etwas Schönes aufschwatzen lassen: "Die Beraterin Karin Doberer wurde beauftragt mit der pädagogischen
Prozessberatung im Rahmen des Ideenwettbewerbs am Schulberg. Ziel ist es
ein pädagogisches Raumfunktionsbuch zu erstellen. Die Kosten belaufen
sich auf rund 11 000 Euro."
Was ist ein pädagogisches Raumfunktionsbuch? So wie ich das verstanden habe, soll die Architektur der Schule das Lernen fördern. Die Ideen dazu werden im Raumfunktionsbuch aufgeschrieben. Nun hat die Beraterin Doberer schon einige Raumfunktionsbücher erstellt, beispielsweise für die Grundschule Rheinhausen (18 Seiten) und für die Karl-Treutel-Schule Kelsterbach (59 Seiten). Wieviel Seiten man für 11 000 € bekommt, weiß ich nicht. Wer sich die Plattheiten antun will, kann die Raumfunktionsbücher lesen. Mir hat es schon gereicht, sie zu überfliegen.
Der einfache und billige Weg wäre es gewesen, sich mit den Stellen im Kultusministerium in Verbindung zu setzen, die sich mit der Gestaltung von Schulen befassen. Ich empfehle auch die Lektüre der Arbeitshilfen zum Schulbau der Kultusministerkonferenz oder die Schulbauverordnung. Ob sich Doberer dieser Quellen bedient hat, weiß ich nicht. Sie hat es vermieden, ihren Raumfunktionsbüchern ein Literaturverzeichnis beizufügen.
Ich hatte mal einen Chef, der gerne das zum Besten gab (sinngemäß): In Deutschland (damals noch ohne DDR) stehen jeden Tag 100 000 Idioten auf, denen man etwas andrehen kann. Die Kunst ist nur, sie zu finden.
Was ist ein pädagogisches Raumfunktionsbuch? So wie ich das verstanden habe, soll die Architektur der Schule das Lernen fördern. Die Ideen dazu werden im Raumfunktionsbuch aufgeschrieben. Nun hat die Beraterin Doberer schon einige Raumfunktionsbücher erstellt, beispielsweise für die Grundschule Rheinhausen (18 Seiten) und für die Karl-Treutel-Schule Kelsterbach (59 Seiten). Wieviel Seiten man für 11 000 € bekommt, weiß ich nicht. Wer sich die Plattheiten antun will, kann die Raumfunktionsbücher lesen. Mir hat es schon gereicht, sie zu überfliegen.
Der einfache und billige Weg wäre es gewesen, sich mit den Stellen im Kultusministerium in Verbindung zu setzen, die sich mit der Gestaltung von Schulen befassen. Ich empfehle auch die Lektüre der Arbeitshilfen zum Schulbau der Kultusministerkonferenz oder die Schulbauverordnung. Ob sich Doberer dieser Quellen bedient hat, weiß ich nicht. Sie hat es vermieden, ihren Raumfunktionsbüchern ein Literaturverzeichnis beizufügen.
Ich hatte mal einen Chef, der gerne das zum Besten gab (sinngemäß): In Deutschland (damals noch ohne DDR) stehen jeden Tag 100 000 Idioten auf, denen man etwas andrehen kann. Die Kunst ist nur, sie zu finden.
31. Mai 2016
Milchseen und Butterberge am Horizont?
In den Achtzigerjahren gab es Milchseen und Butterberge. Diese Landschaften entstanden, weil die EU den Bauern die Milch zu Garantiepreisen abnahm. Um es deutlicher auszudrücken: Der Steuerzahler hat diese Seen und Berge bezahlt, damit die Milchbauern ohne große Risiken produzieren und verkaufen konnten. Hoffentlich kommt angesichts der sinkenden Erzeugerpreise für Milch niemand auf die Idee, wieder solche Seen und Berge auf Kosten der Steuerzahler zu generieren.
Landwirtschaftliche Betriebe sind Betriebe wie andere auch. Dazu gehört, dass sie sich selbstständig am Markt behaupten und marktgerecht verhalten. Ursachen für den Preisverfall sind die Sanktionen gegen Rußland (Rußland war ein wichtiger Abnehmer für Milch) und die ansteigende Produktion in Polen und Irland. Anscheinend können Polen und Iren kostengünstiger produzieren als die deutschen Bauern (falls sie nicht subventioniert werden).
Die Überproduktion kann reduziert werden, indem die, die nicht zu Marktpreisen produzieren können, vom Markt verschwinden. Es klingt trivial, aber es ist eben alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. Es ist auch eine Frage des Umweltschutzes: Jede Kuh weniger im Stall reduziert den Methanausstoß. Methan ist ein viel stärkeres Treibhausgas als CO2.
Landwirtschaftliche Betriebe sind Betriebe wie andere auch. Dazu gehört, dass sie sich selbstständig am Markt behaupten und marktgerecht verhalten. Ursachen für den Preisverfall sind die Sanktionen gegen Rußland (Rußland war ein wichtiger Abnehmer für Milch) und die ansteigende Produktion in Polen und Irland. Anscheinend können Polen und Iren kostengünstiger produzieren als die deutschen Bauern (falls sie nicht subventioniert werden).
Die Überproduktion kann reduziert werden, indem die, die nicht zu Marktpreisen produzieren können, vom Markt verschwinden. Es klingt trivial, aber es ist eben alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. Es ist auch eine Frage des Umweltschutzes: Jede Kuh weniger im Stall reduziert den Methanausstoß. Methan ist ein viel stärkeres Treibhausgas als CO2.
27. Mai 2016
Fleißige Verwaltungen
Die "fleißige Stadtverwaltung" (Zitat aus einem Redebeitrag, weiß nicht mehr von wem) Burgkunstadt hat sich heute geschlossen einen Brückentag genehmigt. Ich wollte mal wissen, ob die Verwaltungen in Altenkunstadt und Weismain fleißiger sind und habe dort um 11:00 Uhr angerufen. Meine Anrufe wurden nicht entgegen genommen. Wenigstens hat die Burgkunstadter Stadtverwaltung in einer Zeitungsnotiz darauf hingewiesen, dass heute keiner da ist. Insofern sind sie jedenfalls fleißiger als ihre Kollegen in Altenkunstadt und Weismain.
Allerdings empfinde ich das Verhalten der Verwaltungen, an Brückentagen geschlossen Urlaub zu machen, als wenig kundenorientiert. Ich möchte mal den Betrieb sehen, der sich so etwas leisten kann.
Nachtrag (28.05.2016): Ich wurde darauf hingewiesen, dass Altenkunstadt und Weismain ebenfalls in der Zeitung bekanntgegeben hatten, dass am Freitag geschlossen war. Damit ist der kleine Fleißvorsprung der Burgkunstadter Verwaltung weg.
Allerdings empfinde ich das Verhalten der Verwaltungen, an Brückentagen geschlossen Urlaub zu machen, als wenig kundenorientiert. Ich möchte mal den Betrieb sehen, der sich so etwas leisten kann.
Nachtrag (28.05.2016): Ich wurde darauf hingewiesen, dass Altenkunstadt und Weismain ebenfalls in der Zeitung bekanntgegeben hatten, dass am Freitag geschlossen war. Damit ist der kleine Fleißvorsprung der Burgkunstadter Verwaltung weg.
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