31. Mai 2016

Milchseen und Butterberge am Horizont?

In den Achtzigerjahren gab es Milchseen und Butterberge. Diese Landschaften entstanden, weil die EU den Bauern die Milch zu Garantiepreisen abnahm. Um es deutlicher auszudrücken: Der Steuerzahler hat diese Seen und Berge bezahlt, damit die Milchbauern ohne große Risiken produzieren und verkaufen konnten. Hoffentlich kommt angesichts der sinkenden Erzeugerpreise für Milch niemand auf die Idee, wieder solche Seen und Berge auf Kosten der Steuerzahler zu generieren.

Landwirtschaftliche Betriebe sind Betriebe wie andere auch. Dazu gehört, dass sie sich selbstständig am Markt behaupten und marktgerecht verhalten. Ursachen für den Preisverfall sind die Sanktionen gegen Rußland (Rußland war ein wichtiger Abnehmer für Milch) und die ansteigende Produktion in Polen und Irland. Anscheinend können Polen und Iren kostengünstiger produzieren als die deutschen Bauern (falls sie nicht subventioniert werden).

Die Überproduktion kann reduziert werden, indem die, die nicht zu Marktpreisen produzieren können, vom Markt verschwinden. Es klingt trivial, aber es ist eben alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. Es ist auch eine Frage des Umweltschutzes: Jede Kuh weniger im Stall reduziert den Methanausstoß. Methan ist ein viel stärkeres Treibhausgas als CO2.

27. Mai 2016

Fleißige Verwaltungen

Die "fleißige Stadtverwaltung" (Zitat aus einem Redebeitrag, weiß nicht mehr von wem) Burgkunstadt hat sich heute geschlossen einen Brückentag genehmigt. Ich wollte mal wissen, ob die Verwaltungen in Altenkunstadt und Weismain fleißiger sind und habe dort um 11:00 Uhr angerufen. Meine Anrufe wurden nicht entgegen genommen. Wenigstens hat die Burgkunstadter Stadtverwaltung in einer Zeitungsnotiz darauf hingewiesen, dass heute keiner da ist. Insofern sind sie jedenfalls fleißiger als ihre Kollegen in Altenkunstadt und Weismain.

Allerdings empfinde ich das Verhalten der Verwaltungen, an Brückentagen geschlossen Urlaub zu machen, als wenig kundenorientiert. Ich möchte mal den Betrieb sehen, der sich so etwas leisten kann.

Nachtrag (28.05.2016): Ich wurde darauf hingewiesen, dass Altenkunstadt und Weismain ebenfalls in der Zeitung bekanntgegeben hatten, dass am Freitag geschlossen war. Damit ist der kleine Fleißvorsprung der Burgkunstadter Verwaltung weg.

15. Mai 2016

Außerirdische erobern Altenkunstadt

Die Altenkunstadter Bürgerinitiative Mobilfunkstandort kämpft weiter gegen den von ihr aufgebauten Popanz. Sie ist stolz darauf, dass es nur wenigen Gemeinden gelungen sei, "zwei Mobilfunkstandorte zu verhindern und zwei bestehende Antennen abzubauen sowie einen Standort außerhalb der Bebauung zu ermöglichen." Bisher konnte keine Schädigung von Mensch und Tier durch Mobilfunkstrahlung wissenschaftlich nachgewiesen werden, obwohl Millionen Menschen weltweit diese Technik jahrzehntelang nutzen.

Nur die Mitglieder der Bürgerinitiative werden anscheinend von der Strahlung geschädigt. In mir keimt eine Verschwörungstheorie: Was, wenn es sich bei den Mitgliedern der Initiative gar nicht um irdische Lebensformen handelt? Was, wenn sich in Altenkunstadt Außerirdische angesiedelt haben, die tatsächlich durch Radiowellen im Bereich von 1 bis 2 GHz geschädigt werden? Vielleicht basiert diese menschenähnliche Lebensform auf Siliziumchemie anstelle von Kohlenstoffchemie?

Die Erdlingsphysik behauptet, dass sich elektromagnetische Wellen geradlinig ausbreiten (sieht man einmal von Effekten der allgemeinen Relativitätstheorie ab). Die Außerirdischen fordern, dass Schulen und Kindergärten von der Hauptstrahlrichtung der Antennen ausgenommen werden. Wie dann die Mobilfunkversorgung in diesen Bereichen und besonders hinter den ausgenommenen Gebäuden sichergestellt werden soll, verraten sie nicht. Vielleicht verfügen die Außerirdischen über eine Technik, mit der sie Radiowellen um Gebäude herumleiten können.

Ein führendes Mitglied der Außerirdischen ist vermutlich der Obermain-Tagblatt-Reporter Gerhard Herrmann. Durch seine intensive Berichterstattung über die außerirdische Bürgerinitiative verbreitet er ihr Gedankengut in der Bevölkerung und im Gemeinderat. Wie lange können die Bürger Altenkunstadts den Außerirdischen noch Widerstand leisten? Wann wird der letzte Gemeinderat zum Außerirdischen mutieren? Werden sich die Außerirdischen mit Altenkunstadt zufrieden geben oder breiten sie sich nach Norden aus?

Nachdem sich die Außerirdischen den Mobilfunk vom Hals geschafft haben, gehen sie nun die privaten Datenfunknetze (WLAN) an. Liebe Außerirdische, ich habe mich über eine Erfindung informiert, die euer Problem lösen kann, ohne alle WLANs in Altenkunstadt abzuschalten. Es handelt sich um einen sogenannten Schwarzstrahlungsabsorber. Dieser Absorber absorbiert den für Außerirdische gefährlichen Schwarzstrahlungsanteil direkt an der Antenne. Der Absorber muss dazu nur auf die WLAN-Antenne aufgesteckt werden. Ich kann solche Absorber für nur 199 € pro Stück anfertigen (inkl. Anpassung an die jeweilige Antennengeometrie). Der Datenfunk wird dadurch nicht gestört.

8. Mai 2016

Schlamperei kostet Geld

"Rettung des Brauhauses überfällig" betitelte das Obermain-Tagblatt zu Recht einen Bericht zum Mainrother Brauhaus. Stadtrat Günter Knorr bezeichnete das Gebäude als einmalig. Anscheinend handelt es sich hierbei um eine neue Erkenntnis; denn wie sonst ist es zu erklären, dass sich jahrelang niemand um den Erhalt des einmaligen Gebäudes gekümmert hat. Gewöhnlich kümmert sich jeder verantwortungsbewusste Besitzer einer Immobilie um ihren Erhalt. Der Bericht des Architekten Georg Schilling weist auf Mängel hin, die ein Laie auch hätte feststellen können: teilweise kollabiertes Simsgebälk, Wassereinbruch, bröckelnde Fassade. Gibt es keinen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, der regelmäßig den Zustand der städtischen Gebäude überprüft?

Die Kosten für den Erhalt des Brauhauses liegen aktuell bei 170 000 € (154 700 € plus 10 %). Das ist wirklich nur der Erhalt, kein Aus- oder Umbau für eine Nutzung. In 5 Jahren seien die Kosten laut Architekt um einiges höher anzusetzen. Ziehen wir mal den Umkehrschluss: Vor 5 Jahren waren dann die Kosten um einiges niedriger anzusetzen. Stadtrat und Verwaltung haben ohne Not Mehrkosten verursacht, die natürlich der Steuerzahler trägt, wer sonst. Vielleicht wäre es doch eine Überlegung Wert, die Eigentumsrechte an dem Gebäude aufzugeben, und für das gesparte Geld ein Vereinsheim zu bauen.

5. Mai 2016

Sorge um betrunkene Theisauer

Bekanntlich rosten gewöhnlicher Stahl und Eisen, wenn man sie nicht durch einen Anstrich schützt. Dieser Schutzanstrich ist ebenfalls der Alterung ausgesetzt und muss turnusmäßig erneuert werden. Holzplanken und Beton halten auch nicht ewig. Leider war das den für die Brücken in Mainklein und Theisau Zuständigen anscheinend nicht bekannt, sonst hätten sie die beiden Brücken regelmäßig instand gehalten. Jetzt sind sie halt hin, die Bürger zahlen ja eine neue Brücke.

Hätte man nur so viel Kreativität bei der Instandhaltung aufgebracht wie bei der Suche nach einer Lösung für eine neue Brücke! Ich war ja auch schon mal kreativ und hatte eine Fähre vorgeschlagen. Bei mir gab's wenigstens noch einen Fährmann. Stadtrat Marco Hennemann hat meinen Vorschlag noch getoppt: Er will eine Schwebefähre mit Selbstbedienung und Handbetrieb.

Bürgermeisterin Christine Frieß sorgte sich bei diesem Vorschlag aber um besoffene Theisauer, die nach einer Feier die Mainüberquerung nicht mehr eigenhändig schaffen könnten: "Allerdings gab Bürgermeisterin Frieß zu bedenken, dass ein solch abenteuerlicher Übergang nicht für die ältere Generation geeignet sei, auch nicht für angetrunkene Heimkehrer nach Feiern." Gut, dass wir eine Bürgermeisterin haben, die sich auch der Randgruppen annimmt! Allerdings können Betrunkene auch über das Geländer eines Fußgängersteges in den Main fallen, besonders wenn sie vom Steg aus in diesen kotzen oder pinkeln.

Ich sehe ein, dass meine Fährmannlösung zu teuer und zu personalintensiv war. Ich habe jetzt aber noch einen supergünstigen Vorschlag: Als ich vor langer Zeit meinen Wehrdienst bei der Bundeswehr leistete, mussten wir einmal einen Bach auf einem Seil überqueren. Das Seil war über den Bach zwischen zwei Bäumen gespannt. Man musste sich auf das Seil legen und darüber robben. Das war Erlebnis pur! Besonders, weil ich in den Bach gefallen bin. Eine etwas teurere, dafür bequemere Lösung wäre eine Seilhängebrücke, ähnlich wie man sie in Hochseilgärten findet. Vielleicht könnte man diese Hängebrücke in den Werkstätten von Regens Wagner knüpfen lassen?

Ich bin wieder zu negativ. Hennemann hat schon recht: Eine handbetriebene Schwebefähre könnte ein weiterer Touristenmagnet sein, neben Skaterpark, Baur-Parkplatz und Bahnhof. Dumm nur, dass die Schwebefähre bei der bekannten Sorgfalt bei Instandhaltungsmaßnahmen auch rosten wird. Gelegentlich müsste man sie zudem noch ölen.

19. April 2016

Aluhutträger schüren Ängste

Meine Heimatzeitung vom Obermain hat mal wieder einen Bericht der Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt veröffentlicht. Leider mangelt es der Redaktion an journalistischer Sorgfalt. Wie anders ist es zu erklären, dass die abstrusen Ideen einiger Aluhutträger ungeprüft und unkommentiert in eine seriöse Tageszeitung gelangen?

In der guten alten Zeit haben Journalisten Informationen überprüft, bevor sie sie in ihrer Zeitung veröffentlichten. Wenn die Redaktion des Obermain-Tagblatts dieser Tradition folgte, wüsste sie, dass Diplom-Ingenieur Gutbier von der Verbraucherschutzorganisation Diagnose Funk ein Bauingenieur ist, der von Radiowellen soviel versteht wie die Kuh vom Sonntag (bitte selbst googlen). Das Umweltinstitut München ist ein eingetragener Verein, der für jedes beackerte Gebiet gerade mal einen Mitarbeiter hat. Die Bezeichnung Institut hat hier nichts mit Universitätsinstitut zu tun, soll aber Wissenschaftlichkeit suggerieren. Wie seriös das Umweltinstitut arbeitet, kann man an der Glyphosat-im-Bier-Studie ablesen.

Ich habe schon genug über Mobilfunkstrahlung geschrieben und will mich nicht wiederholen. Wen's interessiert, hier sind die Links dazu:

Mobilfunkesoteriker treiben weiter ihr Unwesen
Wer nichts weiß, muss alles glauben
Mobilfunkneurotiker unter sich
Sensation: Mobilfunk ist nicht krebserregend!
"Beschluss zum Schutz der Bürger"
Die Strahlenangst geht um in Altenkunstadt

Die Gutbiers dieser Welt schüren die Angst vor Mobilfunkstrahlung und verdienen damit ihr Geld. Die Aluhutträger lassen sich vor deren Karren spannen und zündeln eifrig mit.

Landratsamt senkt Schadstoffausstoß um 0,0024 %

Der Landkreis Lichtenfels hat ein „Audi A3 Sportback e-tron“ Hybridfahrzeug angeschafft. Laut Obermain-Tagblatt freut sich Landrat Christian Meißner über die Anschaffung des neuen Autos: "Sie stellt einen weiteren Schritt des Landratsamtes Lichtenfels zur Reduzierung seiner Kohlendioxid-Emissionen dar und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz im Landkreis Lichtenfels."

Machen wir doch eine kleine Überschlagsrechnung, um festzustellen, wie hoch dieser wichtige Beitrag zum Klimaschutz im Landkreis Lichtenfels ausfällt. Dem Zeitungsartikel entnahm ich, dass im Landkreis Lichtenfels 42 583 Autos gemeldet sind. Diese Autos stoßen im Jahr eine Gesamtmenge X an Schadstoffen aus. Im Schnitt trägt also jedes Auto 1/42000 zur gesamten durch Autoabgase verursachten Schadstoffmenge bei, das entspricht 0,0024 %. Der neue Audi ist aber kein reines Elektrofahrzeug, sondern er verbraucht im Schnitt 1,5 l Super/100 km. Nehmen wir mal trotzdem an, dass er keinerlei Schadstoffe erzeugt. Er erspart also dem Landkreis Lichtenfels maximal 0,0024 % Schadstoffe aus Autoabgasen.

Bei dieser Überschlagsrechnung sind weder der Durchgangsverkehr (es fahren nicht nur Lichtenfelser im Landkreis herum) noch die Schadstoffe aus Industrie und Haushalten berücksichtigt. Hier von einem wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu sprechen, ist schon mehr als gewagt. Das billigste Grundmodell des Audi A3 Sportback e-tron kostet nach Preisliste 38.400 €. Mit dem Argument Klimaschutz soll wohl eherdie Anschaffung eines teuren Spielzeugs für das Landratsamt gerechtfertigt werden.

70 % des in Deutschland erzeugten Stroms stammen immer noch aus nicht erneuerbaren Energiequellen. Der Audi verursacht also trotzdem Schadstoffe, nur anderswo, seien es CO2 oder Atommüll. Ich schlage daher vor, dass für das Auto schleunigst noch eine Solartankstelle gebaut wird; Geld sollte dabei keine Rolle spielen. Vielleicht werden dann annähernd die 0,0024 % Schadstoffeinsparung erzielt.

Solange sich das Verhältnis von erneuerbaren zu nicht erneuerbaren Energien nicht umkehrt, also 70 % des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen stammt, solange ist die E-Mobilität nur Augenwischerei.